Wedding Planner sei ein Beruf im Eventmanagement, der Ausbildung erfordert, betont Klaus Vögl, Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe: "Wenn man selbst geheiratet hat, heißt das nicht, dass man auch eine Hochzeit organisieren kann."

Das Rüstzeug zum Wedding Planner soll ein Wifi-Lehrgang vermitteln. Zu den Inhalten der einsemestrigen Ausbildung gehören zum Beispiel, welche Schnitte und Stoffe es bei Brautkleidern gibt und worauf die Planer achten müssen, wenn sie Locations für die Hochzeit besichtigen. Außerdem können die Teilnehmer Kontakte zu Zuckerbäckern, Taxiunternehmern und Caterern aufbauen. Mindestalter für den Lehrgang sind 21 Jahre, zudem müssen die Teilnehmer über eine abgeschlossene Schulausbildung verfügen. Der nächste Lehrgang startet im Herbst 2011.

Die drei bisherigen Lehrgänge haben 41 Absolventen hervorgebracht. Der Großteil wollte sich beruflich neu orientieren. Zwar sind die Teilnehmer überwiegend weiblich - aber auch drei Männer haben schon teilgenommen, erzählt Lehrgangsleiterin Lindner.

Schwieriger Einstieg in die Selbständigkeit

Da die Einstiegsphase als Wedding Planner nicht einfach ist und eine Unternehmensgründung mit der Aufgabe des derzeitigen Berufes verbunden ist, arbeiten viele vorerst nebenberuflich als Hochzeitsplaner. Selbständig gemacht haben sich von den Absolventen derzeit erst drei, vier haben ihre Dienstleitungen auf Hochzeitsplanung ausgeweitet - zum Beispiel Fremdenführer, die Incoming-Brautpaare betreuen, also ausländische Gäste, die in Österreich heiraten. Auch Lindner selbst hat sich mit ihrer Agentur auf Incoming-Brautpaare spezialisiert, die bevorzugt in Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg heiraten.

Dass der Beruf des Wedding Planners angesichts immer weniger Eheschließungen - 2009 gaben sich 35.500 Paare das Ja-Wort - keine Zukunft hat, glaubt Lindner nicht. "Der Markt für Hochzeitsplaner ist in Österreich noch im Entstehen, es gibt großes Potenzial", sagt Lindner. Pro Hochzeit werden im Schnitt 10.000 bis 20.000 Euro ausgegeben. Laut WKO haben viele Brautpaare nicht die Zeit, um sich mehrere Locations für ihre Hochzeit anzuschauen. Zudem profitiere das Paar von Rabatten, die der Wedding Planner erhält. Außerdem spare der Hochzeitsplaner Nerven - denn er kann als neutrale Person ein Puffer für das Brautpaar sein.