Rom. Wegen der zunehmenden Sorgen in Europa um die finanzielle Stabilität Italiens ist die Mailänder Börse am Dienstag den dritten Tag in Folge arg unter Beschuss geraten. Zu Handelsbeginn sank der Mailänder Aktienindex FTSE Mib am Dienstagvormittag um 4,08 Prozent. Schon am Montag hatte der Aktienindex ein Minus von vier Prozent gemeldet.

Vor allem die Aktien italienischer Banken gerieten stark unter Druck.

Wegen starker Kursverluste sind die Aktien von UniCredit bereits den zweiten Tag in Folge vorübergehend vom Handel ausgesetzt worden. Die Aktien der Bank-Austria-Mutter verzeichneten ein Minus von 7,6 Prozent. Auch die Aktien der Versicherungsgesellschaft Generali wurden in Mailand wegen starker Kursverluste vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Die Papiere des Triester Konzerns verzeichneten einen Rückgang von 6,53 Prozent auf 12,2 Euro. Auch UniCredit-Konkurrent Intesa San Paolo klagte über einen Rückgang von 7,14 Prozent.

Italien hat mit einer Verschuldung von 120 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Griechenland die zweithöchste Verschuldung der Eurozone und muss im zweiten Halbjahr die Rückzahlung alter Anleihen in Höhe von etwa 177 Mrd. Euro refinanzieren. Das italienische Parlament hat am Montag mit der Überprüfung eines Sparpakets mit Ausgabenkürzungen in Höhe von 47 Milliarden Euro bis 2014 begonnen. Das Sparpaket besteht aus insgesamt 39 Artikeln und soll noch vor der Sommerpause im August abgesegnet werden.