Machte aus einer guten Idee ein Geschäft: Katharina Scichilone. Hinter ihr ein Roller mit Parkplatz. Foto: WZ/ede
Machte aus einer guten Idee ein Geschäft: Katharina Scichilone. Hinter ihr ein Roller mit Parkplatz. Foto: WZ/ede

Dabei handelt es sich um ein versperrbares Abstellsystem für Tretroller, das die Wienerin Scichilone - sie ist mit einem Italiener verheiratet - vor zwei Jahren erfunden hat und patentieren hat lassen. Die Mutter dreier schulpflichtiger Buben arbeitet nun intensiv daran, ihr Produkt in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen - und zwar vom Heimbüro aus. Daneben kümmert sich die selbständige Unternehmerin weiterhin um den Haushalt und die Kinder. Wie bringt sie das auf die Reihe? Scichilone: "Wer jahrelang zu 100 Prozent Hausfrau und Mutter war, hat gelernt, vieles gleichzeitig zu machen." Und fügt hinzu: "Ich habe immer selbst und ständig gearbeitet."

Dass neben der Büroarbeit und den zahllosen E-Mails und Telefonaten mit Kunden die Waschmaschine "gefüttert" wird, ist eine Selbstverständlichkeit, genauso wie Sonn- und Feiertagsarbeit.

Dabei wird Katharina Scichilone von einer Vision geleitet: Möglichst viele Menschen - und zwar nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene - sollen den Roller als Fortbewegungsmittel im Alltag benutzen. Dazu müsste es allerdings viel mehr Möglichkeiten geben, den Roller vor Geschäften, Ämtern, Banken, Wohnhausanlagen etc. abzustellen, meint sie. "Niemand geht ins Modegeschäft und nimmt den Roller in die Umkleidekabine mit", bringt die Neo-Unternehmerin das Problem auf den Punkt.

Hausverbot überRoller verhängt

Auf die Idee mit dem Rollerstop brachten Scichilone ihre Kinder. "Die halbe Schule ist mit dem Roller gekommen. Es gab Diebstähle, also haben die Kinder die Roller in die Klassen mitgenommen", erzählt sie. Dabei wurden aber die Stufen im Stiegenhaus beschädigt. Und auch die Beine der Kinder kamen oft in schmerzhaften Kontakt mit den Vehikeln. Deshalb wurden Scooter mit einem Hausverbot belegt - womit sich wieder das Problem mit den Diebstählen stellte. "Das kanns wohl nicht sein", dachte sich die Wienerin, die schon immer handwerklich begabt war, und begann, mit versperrbaren Fenstergriffen zu experimentieren. Sie entwickelte schließlich einen Metallständer, in dem Roller mit einem Handgriff abgestellt und zusätzlich mit Vorhängeschlössern diebstahlsicher abgesperrt werden können. Den "Roller-stop" gibt es mittlerweile in verschiedenen Varianten. Scichilone: "Man kann ihn an die Wand oder am Boden montieren oder frei aufstellen. Es gibt auch einen Ständer für zwei Roller und Regenschirme."

Dass das System funktioniert, zeigt ein Lokalaugenschein vor einem Wiener Gymnasium: Anstelle eines Haufens übereinanderliegender oder aneinandergelehnter Roller stehen rund zehn Metallflitzer wie aneinandergefädelt in Reih und Glied. "Die Kinder werden dadurch auch gleich zu Ordnung erzogen", weist Scichilone auf einen weiteren Vorteil ihrer Erfindung hin.

Interesse an den "Roller-stop"-Ständern haben mittlerweile nicht mehr nur Schulen, sondern auch Gemeinden und Krankenhäuser. Auch aus der Schweiz und Deutschland kommen bereits Bestellungen. Das freut die Unternehmerin, die derzeit noch in der Rechtsform eines "eingetragenen Unternehmens" - "e.U." - agiert.

WirtschaftlicheKennzahlen nicht alles

"Natürlich denke ich an Expansion, wenn das Ganze greift", sagt Scichilone. Schon jetzt arbeitet sie mit Vertriebspartnern zusammen. Doch es geht ihr nicht nur um die Erreichung wirtschaftlicher Ziele. So weiß sie etwa mittlerweile nicht mehr exakt, wie viele ihrer Rollerständer sie schon verkauft hat. Viel wichtiger ist ihr, dass sich der Roller als umweltfreundliches Verkehrsmittel für kurze Strecken und für jedermann etabliert.

"Kinder lernen dadurch schon sehr früh die Verkehrsregeln kennen. Das ist eine gute Vorbereitung aufs Fahrradfahren", sagt Katharina Scichilone und schwingt sich auf ihren Roller. Zuhause wartet viel Arbeit auf sie.