Maria Fekter ist im Hinblick auf die Ergebnisse der Banken-Stresstests völlig entspannt. - © apaweb/Helmut Fohringer
Maria Fekter ist im Hinblick auf die Ergebnisse der Banken-Stresstests völlig entspannt. - © apaweb/Helmut Fohringer

Wien. Finanzministerin Maria Fekter sieht den Ergebnissen der Banken-Stresstests gelassen entgegen. "Wir sind gerüstet." Die neue europäische Bankenaufsicht (EBA) veröffentlicht am Freitagabend die Ergebnisse des Stresstests von 91 Banken aus 21 Ländern.

Österreich habe in der Finanzkrise die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, seine Banken mit Partizipationskapital unterstützt. Man habe bewiesen, wie man Bankenhilfen abwickle. "In diesem Topf ist noch Geld vorhanden", sagte Fekter "völlig unabhängig von den Stresstests."

Am Freitag um 18 Uhr werden die Ergebnisse der EU-weiten Stresstests veröffentlicht. Dazu äußerte sich Fekter mit keinem Wort.

Auch Schäuble sorgt sich nicht

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble betrachtet sein Land beim ebenfalls als gut gewappnet. Wenn in Deutschland ein Finanzinstitut betroffen sein sollte, wäre man mit dem Restrukturierungsgesetz gut vorbereitet.

Gestern wurde bekannt, dass die EBA die deutsche Heleba-Bank in der Belastungsprobe offenbar durchfallen lassen wollte. Nach Angaben der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) erkennt die EBA die im April eigens für den Stresstest an die neuen Vorschriften angepassten Stillen Einlagen des Landes Hessen nicht als hartes Kernkapital an. Damit hat die Landesbank keine Chance, in einem Krisenszenario die Quote von fünf Prozent zu erreichen, die zum Bestehen des Tests nötig ist. Die Landesbank nahm sich daraufhin selbst aus dem Test, der europäische Stresstest findet somit ohne die Helaba statt. 

In Österreich nahmen vier Institute am Belastungstest teil: Erste Group, Raiffeisen Bank International, Bank Austria (via UniCredit) und die Volksbanken AG (ÖVAG). Die in Restrukturierung befindliche ÖVAG hat selbst eingeräumt, dass der Test für sie ein paar Monate zu früh komme.

Dass die OECD einen raschen Ausstieg des Staates aus Bankenhilfen bzw. Bankeigentum empfiehlt, kommt Fekter allerdings zupass. Das entspreche den österreichischen Ambitionen, sagte sie.

Ob sie mit dem Lauf der Restrukturierung bei der 2009 notverstaatlichten Hypo Alpe Adria zufrieden ist, will Fekter im übrigen erst nach Vorlage des Halbjahresberichts beurteilen. "Da werden wir uns anschauen, wie die weitere Strategie aussieht und wie viel Eigenkapital dort nach den neuen Kapitalregeln gebraucht wird."