• vom 19.01.1999, 00:00 Uhr

International

Update: 07.04.2005, 17:21 Uhr

Geburtstag: Rudolf Streicher wird 60




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Am Anfang und am Ende der politischen Laufbahn von Rudolf Streicher standen schmerzliche Erlebnisse. Nachdem der Quereinsteiger 1986 als mächtiger Minister für Verkehr und öffentliche Wirtschaft


in die Regierung Vranitzky I geholt wurde, kam es schon 1987 zum berühmten Tritt gegen das ministerliche Schienbein in Ranshofen, als Streicher vor protestierenden Arbeitern das Ende der AMAG-

Elektrolyse verkündete. Am Ende stand die überraschende Niederlage bei den Bundespräsidentenwahlen 1992 gegen den zuvor wesentlich unbekannteren ÖVP-Kandidaten Thomas Klestil.

Davor und danach durchlebte Streicher eine bewegte Industriekarriere. Heute, Dienstag, feiert Streicher seinen 60. Geburtstag. Der gelernte Werkzeugmacher schloß 1969 ein Studium an der

Montanuniversität Leoben ab, wo er seit 1988 Honorarprofessor ist. 1970 startete er eine Verstaatlichtenlaufbahn bei der ÖIAG als F&E-Abteilungsleiter. 1974 übernahm er den Vorstandsvorsitz bei der

damaligen Ranshofen-Berndorf AG, der späteren AMAG, von wo er 1986 erstmals als Kurzzeit-Generaldirektor zu Steyr-Daimler-Puch (SDP) wechselte. Nach dem überraschenden Tod von Steyr-Generaldirektor

Otto Voisard übernahm Streicher 1992 das Lenkrad des zur CA-Gruppe gehörenden Konzerns. Der Mischkonzern SDP war mit der Schwäche des internationalen Automobilgeschäfts Anfang der 90er-Jahre schwer

unter die Räder gekommen. 1995 schaffte Streicher eine bemerkenswerte Trendwende, wozu die Cash-cow Steyr Fahrzeugtechnik in Graz wesentlich beitrug. Diese auf Allradtechnik spezialisierte

Technologieschmiede sicherte Streicher mit einem Fertigungsvertrag für den Grand Jeep Cherokee langfristig ab und schuf damit mehr als tausend zusätzliche Arbeitsplätze. Im Sommer 1996 gelang

Streicher auch die Standortsicherung für die kleine Landmaschinentechnik in St. Valentin, die vom US-Konzern Case übernommen wurde. Als 1998 mit dem Magna-Konzern von Frank Stronach ein neuer

Eigentümer für den Steyr-Konzern gefunden war, löste Streicher sein Vorstandsmandat einvernehmlich vorzeitig auf.

Heute ist Streicher Präsident des AUA-Aufsichtsrates · und des Fußballklubs Austria Wien. Bekannt ist er auch für sein Hobby als Dirigent, das ihn schon ans Pult der Wiener Philharmoniker geführt

hat. Streicher ist verheiratet und Vater einer Tochter.



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Dokument erstellt am 1999-01-19 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-07 17:21:00


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