Der letzte Statusbericht ergab vorläufige Passiva von 795 Mill. Schilling, denen Aktiva von 90 Mill. Schilling gegenüberstehen, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gestern nachmittag

mit. Von der Insolvenz betroffen sind 62 Angestellte der Riegerbank. Wieviele Anleihezeichner geschädigt sind, soll der Masseverwalter mit Hilfe von Listen ermitteln, die von der Rieger-

Anleihevertreiberin Diskont Bank angefordert werden. Dallinger sprach sich für eine Weiterführung des Wechselstubengeschäftes aus, um diese Sparte als "lebenden Unternehmensbereich" verkaufen zu

können.

Die mehr als 1.200 privaten Anleihegläubiger der zusammengebrochenen Rieger Bank haben keinen Anspruch auf Entschädigung durch die Einlagen-Versicherung. Durch die Einlagensicherung des

Bankenverbandes sind im Fall Rieger aus heutiger Sicht, wenn überhaupt, nur Einlagen von rund 10 bis 12 Mill. Schilling garantiert. Ob die im Fall von Bankenzusammenbrüchen aktiv werdende

Einlagensicherung der österreichischen Banken im Rieger-Konkurs mit Ersatzzahlungen (höchstens 260.000 Schilling pro Einleger) einspringt, wird gerade juristisch geprüft.

Sobald über die Rieger Bank das Konkursverfahren rechtskräftig eröffnet ist, erlischt auch deren Konzession. Die insolvente Riegerbank hatte nur eine eingeschränkte Bankkonzession, u.a. für den An-

und Verkauf von Wertpapieren und damit verbundene Hilfsdienste. Für die Wechselstuben brauchte und braucht das Institut keine Bankkonzession. Die Rieger Bank durfte keine als solche definierten

Spareinlagen entgegennehmen. Dennoch verfügt die Riegerbank über Konten, auf denen sich Guthaben Privater befinden, aus denen eine Verpflichtung der Einlagensicherung erwachsen könnte. "Bevor wir

einschreiten, werden wir das untersuchen", hieß es am Dienstag aus der Einlagensicherung. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen kämen allerdings nicht · wie in Medien bisher genannte · 30 Millionen,

sondern 10 bis 12 Mill. Schilling in Frage.

Der Chef der in den Strudel der Rieger-Bank-Affäre gerissenen Diskont Bank AG, Alfred Fuhrmann, fordert von der Bankenaufsicht im Finanzministerium die unverzügliche Zurücknahme der

Aufsichtsmaßnahme, mit der die Diskont Bank seit Ende vergangener Woche unter die Kontrolle von Regierungskommissär Richard Bock gestellt ist. Der Bankenaufsicht wirft Fuhrmann vor, sie habe durch

die Verhängung der Aufsicht einen "glatten Willkürakt" gesetzt und spiele sich "wie die Bergbehörde im österreichischen Geldwesen" auf.