Die Europäische Bankaufsichtsbehörde (European Banking Authority - EBA) ist eine europäische Behörde zur Finanzmarktaufsicht, die 2011 ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie hat ihren Sitz in London und ist Teil des Europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS).

Eine zentrale Aufgabe der EBA ist es, europäische Aufsichtsstandards zu entwickeln, die den Rahmen für die nach wie vor primär zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden bilden sollen (in Österreich obliegt die Bankenaufsicht der Oesterreichischen Nationalbank).

Direkte Eingriffsrechte der Europäischen Bankaufsichtsbehörde bestehen lediglich in zwei Fällen: Erstens, wenn sich mehrere nationale Aufsichtsbehörden nicht über die Art und Weise der Finanzmarktregulierung einigen können. Zweitens hat die EBA ein Durchgriffsrecht für den Fall, dass eine nationale Behörde gegen geltendes europäisches Recht verstößt.

Die EBA verfügt über einen Verwaltungsrat (Kontrolle) und einen Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ist das Leitungsorgan und beruft für einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren einen hauptamtlichen Vorsitzenden der EBA - das ist derzeit der Italiener Andrea Enria - sowie einen Exekutivdirektor.

Vorerst besteht das Personal der neuen Europäischen Bankaufsichtsbehörde aus ungefähr 40 Mitarbeitern. Geplant ist, dass es in einem Zeitraum von drei Jahren sukzessive auf 90 Mitarbeiter ausgebaut wird.

Mit dem jüngsten Banken-Stresstest, bei dem 90 große europäische Institute aus 21 Ländern unter die Lupe genommen wurden, will die EBA vor allem bewirken, dass das während der Finanzkrise großflächig verlorengegangene Vertrauen der Investoren in die Banken wiederhergestellt wird.