Wien. (sf) Der Trend zu bargeldlosem Zahlen hält weiter an - nun will der Kartendienstleister Paylife mit Zahlen via Funkchip auf der Kreditkarte starten. "In den nächsten zwölf Monaten planen wir, kontaktloses Zahlen auf breiter Basis in Österreich zu starten", sagte Peter Neubauer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Paylife.

Kontaktloses Zahlen soll für das schnelle Begleichen von Kleinbeträgen eingesetzt werden. Um das Betrugsrisiko zu mindern, wird ein Höchstbetrag pro Transaktion festgesetzt. Weder die derzeit ausgegebenen Karten noch die Terminals sind allerdings für die neue Zahlungsart ohne Unterschrift und Code geeignet - sie müssten also ausgetauscht oder aufgerüstet werden. "Diese Frage ist noch nicht geklärt", sagt Paylife-Geschäftsführer Ewald Judt. Raiffeisen und Mastercard geben wie berichtet ab August die ersten Karten mit Funkchip aus.

Virtuelle Bankomatkassa

Die Zahl der von Paylife ausgegebenen Kreditkarten stieg im ersten Halbjahr um 11,4 Prozent auf 967.000, jene der Bankomatkarten um 3,4 Prozent auf acht Millionen. Die Zahl der Kreditkarten-Transaktionen wuchs mit 3,7 Prozent stärker als der Umsatz, weil mehr Prepaid-Karten ausgegeben wurden.

Im Handel werden 40 Prozent des Einkaufsvolumens bargeldlos bezahlt. Einen "Durchbruch" habe es bei Kreditkartenzahlungen im Lebensmittelhandel gegeben, weil nun auch Rewe Kreditkarten akzeptiert.

Als neues Geschäftsfeld bietet Paylife eine "virtuelle Bankomatkassa" an, eine Plattform zur Zahlungsabwicklung für Online-Shops. Nur 12,5 Prozent der Betriebe aus Handel, Tourismus und Freizeit verkaufen über das Internet. "Den Unternehmen geht dadurch viel Potenzial verloren, weil die Kunden bei anderen Anbietern - auch im Ausland - einkaufen", so Neubauer.