Wien. (wak) Es sei eine "Selbstverständlichkeit", dass private Gläubiger, sprich Banken und Versicherer, am zweiten Griechenland-Hilfspaket "beteiligt werden müssen". Das meint der Generaldirektor der Linzer Oberbank, Franz Gasselsberger in Richtung der betroffenen Institute. Wie berichtet, hat sich bisher erst die österreichische Kommunalkredit bereiterklärt, beim Programm mitzumachen. Die Erste Group, sowie die ÖVAG, die Vienna Insurance Group und die Uniqa wollen erst über ihre - freiwillige - Teilnahme entscheiden, wenn die Details bekannt geworden sind. Dass die in Griechenland investierten Institute das Paket mittragen, gehört für Gasselsberger zu den "Grundprinzipien des Kapitalmarkts. Ich kann nicht hingehen und Zinsen kassieren und das Risiko muss dann der Steuerzahler tragen." Die Oberbank selbst sei weder in Griechenland, noch in Irland, Portugal oder Spanien engagiert, da er selbst es nie verstanden habe, "wieso einige Länder ein Triple-A-Rating hatten, und trotzdem höhere Zinsen abgeworfen haben", erklärt Gasselsberger am Rande einer Pressekonferenz. Dementsprechend sei die Bank von derartigen Investitionen ferngeblieben, sondern hat sich auf ihre fünf Länder konzentriert: Österreich, Deutschland (Bayern), Tschechien, Slowakei und Ungarn. Auch in näherer Zukunft sollen keine neuen Märkte erschlossen werden, sondern das Netz verdichtet werden.

30 Filialen in Wien

Bis Ende 2011 werden acht neue Filialen eröffnet, vier davon in Wien (im 5., 7., 9. und 23. Bezirk) sowie je zwei in Bayern und der Slowakei. Damit erreicht die Bank ihr Ziel von 150 Filialen ein Jahr früher als geplant. Mit Ablauf dieses Jahres wird die Oberbank in Wien mit 16 Standorten vertreten sein, mittelfristig sollen es 30 Filialen in der Hauptstadt werden.

Zum Halbjahr zieht Gasselsberger eine positive Bilanz: Das Betriebsergebnis stieg um knapp 10 Prozent auf 120,1 Millionen Euro, der Gewinn nach Steuern sogar um 26 Prozent auf 60,3 Millionen Euro. Zu verdanken sei "das beste Halbjahr in der Oberbank-Geschichte" unter anderem dem Anstieg der Exportfinanzierungen, den (geförderten) Investitionsfinanzierungen und den Kommerzkrediten. Auch für Basel III (höhere Eigenkapitalquoten) sei man gerüstet. Nur über die kolportierte Finanztransaktionssteuer ist Gasselsberger nicht glücklich. "Ich bin dagegen, obwohl inzwischen offenbar alle dafür sind." Die Steuer sei eine "reine Geldbeschaffungsmaßnahme", die Spekulation nicht eindämmen würde. "Die Spekulanten weichen doch sofort aus. Es trifft dann nur konservative Investoren, die ihr Risiko absichern wollen. Ich kann, anders als die Spekulanten, nicht ausweichen", so Gasselsberger.