London. (reu/sf) Die britische Großbank HSBC tritt kräftig auf die Kostenbremse und streicht jede zehnte Stelle. Konzernchef Stuart Gulliver kündigte am Montag den Abbau von insgesamt 30.000 Arbeitsplätzen weltweit an, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Mit dem Ausstieg aus Geschäftsbereichen in den USA sowie Lateinamerika seien bereits 5000 Stellen abgebaut worden. Bis 2013 sollten 25.000 weitere folgen, sagte Gulliver.

In 39 Ländern Ausstieg aus Privatkundengeschäft

Gulliver hat das Ruder zu Jahresbeginn übernommen und angekündigt, die zuletzt deutlich gestiegenen Kosten zu senken und wieder mehr Wachstum zu erzeugen. Als Teil der Strategie will sich das Geldinstitut stärker auf das ertragreiche Asien-Geschäft besinnen. Deshalb steigt HSBC in etwa 39 Ländern aus dem Privatkundengeschäft aus. Erst am Sonntag hatte die Bank angekündigt, 195 Filialen in den USA für rund eine Milliarde Dollar in bar zu verkaufen. Auch soll das US-Kreditkarten-Portfolio abgespeckt werden. HSBC-Aktien kletterten bis Montag Nachmittag um mehr als vier Prozent.

Die Sparbemühungen zeigen schon erste Wirkungen: Für das erste Halbjahr meldete die Großbank überraschend einen Gewinnanstieg auf 11,5 Milliarden Dollar nach 11,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 10,8 Milliarden Dollar gerechnet. HSBC unterstrich indes, es gebe Risiken für die weltweite Konjunkturerholung durch die stärkere Regulierung in Großbritannien.

HSBC ist die erste der großen britischen Banken, die ihre Zahlen bekannt gibt. Auch andere große Institute in Europa, etwa die Credit Suisse, gaben jüngst Stellenstreichungen bekannt. Die europäische Schuldenkrise nagt an den einst guten Geschäften der Branche mit festverzinslichen Papieren.