• vom 11.08.2011, 17:49 Uhr

International

Update: 11.08.2011, 18:30 Uhr

Finanzen

Tremonti ruft Italiener zu größeren Opfern auf




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  • Streit um neue Vermögenssteuer.
  • Beamtengehälter sollen sinken.

Rom. Mit einer Blut-und-Tränen-Rede hat Italiens Wirtschaftsminister Giulio Tremonti am Donnerstag im Parlament eine Verschärfung der Sparmaßnahmen zur Eindämmung der Verschuldung angekündigt. Um schon 2013 ein ausgeglichenes Budget vorlegen zu können, will das Mitte-Rechts-Kabinett in Rom die Steuer auf Börsengewinne von 12,5 auf 20 Prozent erhöhen. Eine Kürzung bei den Gehältern der Staatsbeamten sei eine Lösung, die auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagen worden sei, erklärte Tremonti.


Ein neues Arbeitsgesetz soll künftig Arbeitnehmerrechte einschränken und Kündigungen erleichtern. Nichtreligiöse Feiertage könnten auf einen Sonntag verlegt werden, um die Produktivität im Land zu steigern. Außerdem plant die Regierung die Privatisierung lokaler Wasser- und Stromversorger, um die Kassen aufzufüllen. "Wir leben in einer Epoche, die uns zu mehr Strenge zwingt. Man kann nicht mehr ausgeben, als man einnimmt", so Tremonti.

Für Streit sorgen Pläne Tremontis, eine Vermögensabgabe einzuführen, mit der Familien mit hohem Einkommen zur Kasse gebeten werden sollen. Italiener mit einem Einkommen von über 60.000 Euro jährlich sollen laut Tremonti eine "Europa-Steuer" zahlen. Gegen die Vermögensabgabe wehrt sich jedoch Premier Silvio Berlusconi, der sie als eine "kommunistische" Steuer betrachte, berichteten italienische Medien. Schon 1996 hatte die damalige Regierung von Romano Prodi eine "Europasteuer" eingeführt, um das Defizit zu drücken und Italien den Einstieg in den Euro-Raum zu ermöglichen.

Mehr Arbeitslose
in Griechenland
Die Arbeitslosigkeit im hochverschuldeten Griechenland ist im Mai erneut gestiegen. Die Quote lag bei 16,6 Prozent. Noch vor einem Jahr waren nur zwölf Prozent arbeitslos. Besonders schlimm sei die Lage für junge Menschen, so das Statistikamt in Athen: Mehr als 40 Prozent der Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren waren im Mai arbeitslos, 2010 waren es erst 32 Prozent. Die griechische Wirtschaft soll nach Schätzungen der Zentralbank heuer um knapp vier Prozent schrumpfen.




Schlagwörter

Finanzen, Italien, Schulden

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Dokument erstellt am 2011-08-11 17:57:02
Letzte Änderung am 2011-08-11 18:30:44



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