Wien. Ungefähr gleich viel Diesel, aber um gut 2,5 Prozent weniger Benzin haben Österreichs Autofahrer im ersten Halbjahr 2011 getankt - und dafür, auch wegen erhöhter Steuer, um gut 15 Prozent mehr bezahlt als ein Jahr davor. Am kommenden Dienstag, dem 16. August, geht nun die Spritpreisdatenbank der Energie-Regulierungsbehörde E-Control online, dann soll mehr Transparenz bei den Zapfsäulenpreisen für zusätzlichen Wettbewerb sorgen und zu günstigeren Spritpreisen führen.

Der seit dem 8. August laufende Probebetrieb hat allerdings die gewohnten aufgeregten Diskussionen um regelmäßige Preiserhöhungen vor Feiertagswochenenden und verzögerte Weitergabe von Ölpreissenkungen noch nicht wirklich zum Erliegen gebracht.

In Anlehnung an die geltende Spritpreis-Verordnung, wonach die Treibstoffpreise nur einmal am Tag, um zwölf Uhr, erhöht werden dürfen, müssen die Tankstellenbetreiber Änderungen zu diesem Zeitpunkt unverzüglich - also binnen zehn Minuten - melden. Ab dann sind nur noch Preissenkungen möglich, für deren Meldung die Tankstellenbetreiber maximal eine halbe Stunde Zeit haben.

Vor dem Tanken ins Internet schauen

Und so funktioniert die Datenbank für die Autofahrer: Sie können auf www.spritpreisrechner.at eine Adresse in eine Suchmaske eingeben, wobei der Umkreis so lange erweitert wird, bis zehn Tankstellen gefunden sind, die auf einer Landkarte angezeigt werden. Diese zehn werden aufgelistet, im Einklang mit den EU-Wettbewerbsregeln erscheinen die fünf günstigsten Anbieter mit Angabe der gemeldeten Preise. Somit sollen sowohl wettbewerbsverzerrende Preisangleichungen nach oben, als auch umweltschädigende lange Umwegfahrten zum Tanken verhindert werden.

Neben den günstigsten Preisen werden unter anderem auch Daten über die Öffnungszeiten, die Betriebsform und das Shopangebot der Tankstellen abrufbar sein. "Wir wollen die Autofahrer möglichst aktuell über die günstigsten Tankstellen in ihrer Umgebung informieren", betonte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Die Datenbank beruht auf einer Novelle des Preistransparenz-Gesetzes.

Die Autofahrerorganisationen Arbö und ÖAMTC zeigten sich über die Erfüllung ihrer langjährigen Forderung nach mehr Preistransparenz einigermaßen zufrieden.

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) in der WKO hofft auf ein "Ende der jahrelangen populistischen Diskussionen und Vorwürfe an die Branche".

Im Übrigen wurde auch vor diesem um den Maria- Himmelfahrt-Feiertag am Montag verlängerten Wochenende von allen Seiten wieder folgender Rat an die Autofahrer erteilt: "Wenn Sie ins Ausland fahren, tanken Sie vorher in Österreich" - zu Hause ist der Sprit billiger als bei den Nachbarn - wie immer.

Laut dem jüngsten EU-Spritpreismonitor vom Freitag ist der Bruttopreis für Eurosuper hier zu Lande derzeit um 13 Cent niedriger als im Durchschnitt der 27 EU-Länder, Diesel kostet - ebenfalls inklusive aller Abgaben und Steuern - um 3,66 Cent weniger.

www.spritpreisrechner.at