Wien. (rb) Obwohl österreichische Firmen in Afrika nicht gerade den Ruf haben, günstig zu sein, stünden ihnen dennoch die Türen offen, erklärte Stefan Pistauer, Außenhandelsdelegierter in Südafrika bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer. Grund dafür sei, dass die Firmen gute Produkte anbieten.

Da Afrika seinen Anteil am Welt-BIP von vier Prozent im Jahr 2010 bis auf zwölf Prozent im Jahr 2050 verdreifachen werde, gebe es viele Chancen für heimische Firmen, Geschäfte mit dem schwarzen Kontinent zu machen.

Schmiergeld-Problem in Nigeria und Kamerun


Die meisten Möglichkeiten sieht Pistauer für Firmen, die sich mit Maschinen und Anlagen für die Bereiche Bergbau, Industrie und Gewerbe beschäftigen. Aber auch mit landwirtschaftlichen Geräten sowie Gesundheits- und Medizintechnik ließe sich Geld verdienen. Dass man aber nicht nur mit Maschinen Geschäfte machen kann, zeigt die Textilbranche. In Nigeria seien etwa Stoffe "Made in Lustenau" sehr gefragt.

Der Eintritt in den afrikanischen Markt gestaltet sich aber oft schwierig, ab und zu müssen auch Schmiergelder bezahlt werden, um Fuß fassen zu können, so ein Afrika-Kenner. Ein besonderes Problem sei das in Nigeria und Kamerun. Damit die Firmen die Schmiergeld-Kosten nicht selbst tragen müssen, werde die Summe in einigen Fällen bereits in die Projekt-Kalkulation miteinbezogen und so auf die Bevölkerung überwälzt.