Der Euro hat wegen der Schuldenkrise innerhalb weniger Jahre gegenüber dem Franken enorm an Wert verloren. Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Schweizer Nationalbank gegenzusteuern. Hier die Etappen des Auf- und Ab des Euro:

1. Jänner 2002: Der Euro wird in zwölf EU-Ländern als Bargeld eingeführt. Sein Wert schwankt 2002 zwischen 1,45 und 1,48 Franken.

2004-2007: Die wirtschaftliche Erholung Europas führt zu einer Aufwertung des Euro. Im Herbst 2007 erreicht er einen Höchststand von 1,68 Franken.

2008/2009: Im Zuge der weltweiten Finanzkrise fällt der Euro kurzfristig im Oktober 2008 auf unter 1,45 Franken, erholt sich bis Ende 2009 aber wieder auf über 1,50 Franken.

2010: Die Schuldenkrise mehrerer Euro-Länder (Irland, Portugal, Spanien, Griechenland) lässt den Euro im Jahresverlauf von 1,50 auf 1,25 Franken sinken. Die Nationalbank versucht den Euro- und Dollar-Kurs mit massiven Käufen zu stützen und erleidet dadurch in der Folge der Währungsabwertung für 2010 einen Buchverlust von 19,2 Mrd. Franken.

15. März 2011: Die Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan erschüttert weltweit die Börsen. Viele Anleger flüchten in den sicheren Schweizer Franken, der Euro fällt unter 1,28 Franken, der Dollar unter 90 Rappen.

29. Juni 2011: Nachdem das griechische Parlament den Sparplänen zugestimmt hat und Griechenland somit weiter Kredite erhalten kann, stabilisiert sich der Euro bei 1,20 Franken.

3. August 2011: Nach einem Absturz des Euro auf 1,08 Franken (u.a. wegen Sorgen um die italienischen Staatsschulden) und des Dollar auf 76 Rappen, senkt die Nationalbank die Zinsen und setzt mehr Geld in Umlauf.

9. August 2011: Die Rückstufung der Kreditwürdigkeit der USA lässt die Aktienkurse weltweit abstürzen, der Euro ist fast gleich viel wert wie der Franken.

10./17. August 2011: Die Nationalbank ergreift mehrere Maßnahmen gegen die Frankenstärke und wirft noch mehr Franken auf den Markt.

29. August 2011: Der Euro steigt wieder auf einen Wert von knapp 1,20 Franken. Ein Dollar kostet wieder über 82 Rappen.

2. September 2011: Enttäuschende Arbeitsmarktdaten aus den USA und die Erklärung des griechischen Finanzministers Venizelos, sein Land werde wegen der Rezession seine Sparziele nicht erreichten, lassen die Ängste vor einer Rezession und einer Eskalation der Schuldenkrise wachsen, was den Franken stärkt. Der Euro sinkt wieder auf 1,10 Franken, der Dollar auf 77 Rappen.

5. September 2011: Rezessionsängste schicken die Börsen erneut weltweit auf eine steile Talfahrt.

6. September 2011: Die Nationalbank legt einen Mindestkurs für den Franken fest - auf 1,20 Franken pro Euro. Dafür ist die SNB bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Innerhalb einer Stunde steigt der Eurokurs von 1,11 Franken auf über 1,21 Franken, die Schweizer Börse reagiert mit einem Kurssprung. (APA/sda)