Wien. Jahrelang waren die Franken-Kredite in Österreich aufgrund der niedrigen Kreditzinsen in der Schweiz sehr beliebt. Zuletzt machte das Franken-Kreditvolumen der heimischen Haushalte 34,5 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: Die gesamten Fremdwährungskredite für Private liegen bei 37,6 Milliarden Euro.

Durch den Höhenflug, den der Schweizer Franken in den vergangenen Monaten hingelegt hat, ist der Zinsvorteil aber vernichtet worden und die Häuslbauer sitzen auf noch mehr Schulden als geplant.

Die Festschreibung des Euro-Wechselkurses auf 1,20 Franken kommt vielen daher wahrscheinlich nicht ungelegen, aber wirklich rosig ist ihre Situation nach wie vor nicht. Die meisten Kreditnehmer haben ihre Schulden laut dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) nämlich zu einer Zeit aufgenommen, als der Wechselkurs zwischen 1,55 und 1,57 Franken lag.

Auf Tilgung umstellen

Konkret heißt das: Wenn jemand am 15. Juli 2005 einen 100.000 Euro-Kredit in Schweizer Franken aufgenommen hat, sind die Schulden bei einem Kurs von 1,20 Franken 130.000 Euro hoch. Der Zinsvorteil zu einem Euro-Kredit liegt laut Berechnung der Erste Bank bei 7990,09 Euro - das heißt, es bleibt ein Verlust von 22.009,91 Euro übrig. Um ohne Verlust aus dem Kredit auszusteigen, wäre laut dem Kreditinstitut ein Wechselkurs von 1,44 Franken notwendig.

Angesichts dieser Tatsache rät der VKI, eine Umschuldung gut zu überlegen, da dies mit Verlusten verbunden sei. Eine Option sei hingegen, auf Tilgung um zu stellen, oder den Kredit teilweise in Euro um zuschulden. Aber auch hier, so der VKI, müssen Verluste in Kauf genommen werden.