Brüssel.

Die Bergbauern in der Europäischen Union dürfen sich über Geld aus der Ländlichen Entwicklung freuen. - © Andreas P - Fotolia
Die Bergbauern in der Europäischen Union dürfen sich über Geld aus der Ländlichen Entwicklung freuen. - © Andreas P - Fotolia
Die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) für die Zeit von 2014 bis 2020 nimmt konkrete Formen an. Die Direktzahlungen (Betriebsprämien) für Großbetriebe sollen gekappt werden, kleine Bauernhöfe stärker gefördert werden. Fix bekommen die Bauern nach Vorstellung der EU-Kommission nur noch einen Sockelbetrag, für den Rest müssen strengere Umweltauflagen erfüllt werden. Der für Österreich wichtigere Fördertopf für Ländliche Entwicklung (zweite Säule) soll neu ausgerichtet werden.

Die Neuverteilung orientiert sich aber am bisherigen Schlüssel. Die Einbußen für die heimischen Bauern dürften sich daher in Grenzen halten. Diese Eckpunkte sind dem mehr als 500 Seiten starken Paket an Gesetzesentwürfen zu entnehmen, das Agrarkommissar Dacian Ciolos am 12. Oktober vorstellen will. Die Dokumente werden derzeit kommissionsintern beraten und liegen der "Wiener Zeitung" vor.

Mehr Geld für östliche EU-Länder geplant


Österreich soll ab 2014 pro Jahr gut 700 Millionen Euro an Direktzahlungen erhalten, was in etwa den aktuellen Bezügen entspricht. 30 Prozent davon sollen aber nur mehr an Bauern ausbezahlt werden, die umweltschonende Fruchtwechselwirtschaft betreiben und Teile der Anbauflächen als Gras- und Brachland pflegen. Biolandwirte sind von diesen Auflagen ausgenommen. Zehn Prozent sind als Aufschlag für Kleinbetriebe reserviert und zwei Prozent für Jungbauern. Zusätzlich dürfen die EU-Staaten fünf Prozent in die Bergbauernförderung umschichten und weitere fünf unter bestimmten Bedingungen in produktionsabhängige Subventionen für manche Agrarprodukte stecken - darunter Milch und Zuckerrüben.

Großbetriebe sollen künftig abgestuft weniger Förderungen erhalten, sobald ihre Direktzahlungen 150.000 Euro pro Jahr übersteigen. Den darüber hinaus gehenden Betrag will die Kommission um 20 Prozent kürzen, jenen über 200.000 Euro um 40 und den über 250.000 Euro um 70 Prozent. Mehr als 300.000 Euro Betriebsprämie dürfte es nicht mehr geben. Davon wären in Österreich nur wenige Betriebe betroffen, Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich hat dieser Summe bereits Zustimmung signalisiert. Länder wie Deutschland oder Dänemark, wo es viele Großbetriebe gibt, halten davon freilich nichts.