Wien. (rb/apa) Die österreichischen Exporte nach Serbien laufen gut: Im Jahr 2010 legten sie um 5,2 Prozent auf 482,5 Millionen Euro zu, und im ersten Halbjahr 2011 setzte sich der positive Trend mit einem Zuwachs von 15,5 Prozent fort. Laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner seien die Ausfuhren damit "auf einem guten Weg und haben das Niveau von 2008 erreicht."

Worauf das Wachstum genau zurückzuführen ist, könne erst in zwei bis drei Monaten festgestellt werden, wenn alle Details ausgewertet sind, so die Auskunft der Außenhandelsstelle der Wirtschaftskammer Österreich auf Nachfrage der "Wiener Zeitung".

In Summe sind in Serbien 400 österreichische Unternehmen vertreten. An die 20.000 Menschen werden von heimischen Firmen direkt beschäftigt. Die Tätigkeit der Betriebe erstreckt sich über viele Bereiche. Im Dienstleistungssektor hat es vor allem Banken und Versicherungen wie Raiffeisen, Erste Bank, Wiener Städtische und Grawe nach Serbien verschlagen. Die Unternehmen sind inzwischen auch zu Marktführern in ihren Branchen aufgestiegen.

Österreich ist größter Investor in Serbien

Auch im Telekommunikationsbereich ist Österreich mit der Telekom-Austria-Gruppe beziehungsweise deren Mobilfunk-Tochter Vip mobile präsent. Serbiens Wirtschaftsminister Ciric bedauert aber, dass die Telekom Austria die Mehrheit an der Telekom Nebojsa Srbija nicht gekauft habe, weil sie den von der Regierung festgelegten Mindestpreis von 1,4 Milliarden Euro nicht bezahlen wollte. Serbien wolle aber keinen neuerlichen Privatisierungsversuch in der zu Ende gehenden Legislaturperiode starten, sagte Ciric, der am Mittwoch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner in Wien besuchte.

Stattdessen sollen Aktien der Telekom Srbija im Ausmaß von 20 Prozent gratis unter den Telekom-Mitarbeitern und anderen verteilt werden. Die Telekom-Aktien sollen so auch an die Belgrader Börse gelangen. Außerdem will die Regierung den 20-prozentigen Anteil der griechischen OTE an der Telekom Srbija zurückkaufen.

Nach Mitterlehners Angaben ist Österreich mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro an der Spitze der ausländischen Investoren. Weitere Exportchancen sieht er neben den Bereichen Infrastruktur, Energie und Umwelt etwa auch im Tourismus, denn Serbien baue unter anderem seine Wintersportgebiete aus.