Washington.

- © M. Hirsch
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(afp/kle) Eine Woche nach der US-Ratingagentur Fitch hat auch Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft. Die Bonitätsbewertung des Landes wird um einen Punkt von AA auf AA- gesenkt, zudem ist der Ausblick negativ, teilte die Agentur mit. In Portugal und Griechenland warben die Regierungen indes für ihre Sparmaßnahmen zur Lösung der Schuldenprobleme.

Grund für die Herabstufung Spaniens seien unter anderem die "ungewissen Wachstumsaussichten" des Landes, erklärte S&P. So führte die Agentur die hohe Arbeitslosigkeit, die schwierige Finanzsituation und eine "wahrscheinliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bei Spaniens wichtigsten Handelspartnern" an. Vor einer Woche hatte Fitch Spaniens langfristige Kreditwürdigkeit um zwei Stufen von AA+ auf AA- herabgestuft.

Geldaufnahme noch teurer


Es sei möglich, dass Spanien trotz starker Ausgabenkürzungen im nationalen Haushalt seine Sparziele verfehle, weil auf regionaler und kommunaler Ebene nicht genug gespart werde, so S&P. Indes hat sich die EU-Kommission am Freitag zuversichtlich gezeigt, dass das Euroland seine mit Brüssel vereinbarten Sparziele für das laufende Jahr erreicht.

Für Spanien dürften die Einschätzungen der Ratingagenturen bedeuten, dass es noch teurer wird, sich Geld an den Finanzmärkten zu leihen. Der negative Ausblick bedeutet, dass dem Land außerdem eine weitere Herabstufung droht. Am Dienstag hatte S&P bereits die Bonität großer spanischer Banken wie Santander und BBVA herabgestuft.

In den Schuldenstaaten Portugal und Griechenland pochen die Regierungen unterdessen auf weitere Sparanstrengungen, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. In Portugal ist soeben das Budget für 2012 beschlossen worden, es sieht harte Sparschnitte vor - etwa bei den Staatsbediensteten, aber auch bei Bildung und Gesundheit. Regierungschef Pedro Passos Coelho sagte: "Wir müssen mehr, viel mehr tun als ursprünglich geplant."

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos appellierte angesichts neuerlicher Streiks an die Gewerkschaften des Landes, "nicht mit dem Feuer zu spielen". Griechenland wartet derzeit auf neue Finanzhilfen und muss dafür ebenfalls kräftig sparen.