London/Wien. Die Konjunktur in Mittel- und Osteuropa sowie in Zentralasien wird sich 2011 und 2012 verlangsamen. Das geht aus der aktuellen Oktober-Prognose der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hervor. Zwar habe die Region bessere wirtschaftliche Fundamentaldaten als vor ein paar Jahren, allerdings gebe es aufgrund der Schuldenkrise höhere Risiken. Die Unsicherheiten in der Eurozone würden vor allem Zentral- und Südosteuropa in Mitleidenschaft ziehen. Für diese Region wird heuer ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent erwartet (die Prognose im Juli lautete noch 2,3 Prozent), das sich 2012 auf 1,6 Prozent (Prognose im Juli: 3,7 Prozent) weiter verringern soll. Besonders Rumänien, Serbien und Albanien seien aufgrund der starken Verflechtung mit der griechischen Wirtschaft betroffen.

Die stärksten Wachstumsrückgänge werden 2012 aber in Ungarn und der Slowakei erwartet - von 2,8 auf 0,5 Prozent beziehungsweise von 4,1 auf 1,1 Prozent. Diese zwei Länder seien am stärksten vom Euroraum abhängig, so die EBRD. Ein Drittel der Exporte dieser beiden Staaten gehe dorthin. Außerdem stamme die Hälfte der Auslandsinvestitionen in Ungarn aus der Eurozone, in der Slowakei seien es 35 Prozent.

Auch das Wachstum in der Türkei dürfte sich 2012 deutlich abkühlen - auf 2,5 statt bisher 4,5 Prozent. Träger der Konjunktur sei der Inlandskonsum, angeheizt durch einen "besorgniserregenden Kreditboom".