Wird eine Gemeinschaftsanlage auf digitalen Satelliten-Empfang umgestellt, müssen die einzelnen Haushalte über einen eigenen Satelliten-Receiver verfügen. Eine andere Möglichkeit ist, die digital empfangenen Programme zu re-analogisieren - dabei gehen allerdings die Vorteile von digitalem Fernsehen, also die bessere Bild- und Tonqualität, verloren.

Wann erspart sich ein Haushalt das ORF-Entgelt?

Wer sich einen digitalen Satelliten-Receiver kauft, braucht zusätzlich eine ORF-Digital-Karte, um die Programme ORF, ATV, Puls 4 und Austria 9 empfangen zu können, die via Satellit verschlüsselt ausgestrahlt werden. Oft ist diese Karte bei den Empfangsgeräten dabei, sonst kann sie beim ORF bestellt werden. Dafür muss der Haushalt den Nachweis erbringen, dass der Fernseher bei der GIS angemeldet ist.

Wer hingegen auf österreichische Programme verzichten will, der muss in Spezialfällen das Fernsehentgelt - den Teil der Rundfunkgebühren, der an den ORF geht - nicht bezahlen. Wie der Verwaltungsgerichtshof in einem Erkenntnis am 4. September 2008 bestätigt hat, muss das Fernsehentgelt nur zahlen, wer ORF1 und ORF2 technisch empfangen kann.

Bei Haushalten, die nur ausländische Sender empfangen, aber keine ORF-Digital-Karte haben und auch nicht via Antenne, Kabel, digitaltauglichem Fernseher oder Computer mit TV-Stick oder -Karte den ORF empfangen können, wird die Gebühr um das Fernsehentgelt reduziert. In Wien sind dann beispielsweise 8,15 Euro zu zahlen. Die GIS verlangt eine eidesstattliche Erklärung, dass kein ORF-Empfang besteht.

Wird eine Rundfunkempfangs-Einrichtung betrieben, muss der Rest der Rundfunkgebühr jedoch bezahlt werden - also Radio- und Fernsehgebühr und Kulturförderungsbeitrag sowie die Landesabgabe, betont Herbert Denk, Leiter der Kommunikationsabteilung der GIS.

Weitere Informationen im Internet auf www.digitaler-rundfunk.at

Wissen:
Fernsehen kann via Antenne, Satellit und Kabel empfangen werden. Über Satellit bieten die Sender (etwa RTL, ProSieben) ihre Programme sowohl analog als auch digital an, mit 30. April 2012 wird jedoch die digitale Übertragung eingestellt.

Der analoge Standard verbraucht zu viel Kapazitäten, bei der digitalen Übertragung wird das Signal komprimiert, zudem ist die Bild- und Tonqualität besser.
Digitales Fernsehen wird mit der Abkürzung DVB (Digital Video Broadcasting) bezeichnet:
DVB-T: Digitales Antennen-TV.
DVB-S: Digitales Satelliten-TV.
DVB-C: Digitales Kabel-Fernsehen.
IP-TV: Für IP-TV (Internet Protocol Television) wird eine Set-Top-Box benötigt, die an den Telefonanschluss gehängt wird. Voraussetzung dafür ist eine Internet-Breitbandverbindung.
HD-TV: HD-TV steht für hochauflösendes Fernsehen und kann mit HD-tauglichen Fernsehern empfangen werden (mit dem Siegel HD-ready oder Full HD).