Die Krise in Griechenland ist keineswegs vorbei. - © APAweb/dpa/Oliver Berg
Die Krise in Griechenland ist keineswegs vorbei. - © APAweb/dpa/Oliver Berg

Athen. Vier Fünftel der Kredite, die die Eurostaaten und der IWF nach Griechenland rollen lassen, fließen umgehend wieder in die Taschen der Gläubiger für Zins- und Tilgungszahlungen zurück. Nur etwa ein Fünftel der Hilfssummen wird dazu verwendet, das laufende Budgetdefizit zu finanzieren. Zu diesem Ergebnis kommt die auf Kreditmärkte spezialisierte US-Beratungsfirma TF Market Advisors (TFMA) in einem aktuellen Bericht.

Nach der Überschlagsrechnung von TFMA-Manager Peter Tchir fließen etwa 19 Prozent der sogenannten Griechenland-Hilfe - 1,5 Mrd. Euro pro Quartal - in die Abdeckung des griechischen Primärdefizits. 40 Prozent gingen in Form Zinsen und Tilgungen an nichtgriechische private Banken/Versicherungen sowie europäische Gläubigerstaaten. Weitere 18 Prozent kassiere die EZB die bisher 55 Mrd. Euro griechischen Anleihen gekauft habe, direkt.

23 Prozent der Hilfsgelder gingen der Papierform nach zwar an griechische Banken und Pensionsfonds - ein Teil dieser Summe lande aber wieder bei der EZB, bei der sich die griechischen Banken über die Verpfändung ihrer Forderungen an den griechischen Staat refinanzieren.

Angenommen wird bei der Rechnung, dass die 8 Mrd. Euro, die die Griechen spätestens im Dezember bekommen sollen, eine normale "Vierteljahrestranche" darstellen.