Die wichtigsten Notenbanken haben am Mittag ihr Eingreifen in den Geldmarkt angekündigt. Mit einer konzertierten Aktion wollen sie dem weltweiten Finanzsystem mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen und damit Spannungen an den Finanzmärkten abbauen.

Ziel der Aktion sei, die Spannungen an den Märkten zu reduzieren und damit auch die Realwirtschaft zu unterstützen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Notenbanken. So hätten sich die Zentralbanken darauf geeinigt, die Kosten bestehender Dollar-Swaps ab dem 5. Dezember um 50 Basispunkte zu reduzieren. Beteiligt an der Auktion sind die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank Federal Reserve sowie die Notenbanken Kanadas, Japans, Großbritanniens und der Schweiz.

Die Aktienkurse in Europa sprangen nach der Ankündigung hoch. Zuvor hatte die Notenbank in China die Mindestreserveanforderungen für chinesische Geschäftsbanken gesenkt und damit eine Lockerung ihrer Geldpolitik angestrebt. Auch die ADP-Arbeitsmarktdaten aus den USA sorgten mit einem deutlichen Anstieg der Beschäftigung im Privatsektor für positive Stimmung. Volkswirte hatten einen geringeren Zuwachs erwartet.

Das gemeinsame Vorgehen der weltgrößten Zentralbanken gegen die Dollar-Not vieler europäischer Banken hat den Finanzmärkten am Mittwoch mächtig Auftrieb gegeben. "Der Markt mag Liquidität", sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Allerdings müsse man abwarten, ob sich die Lage am Interbankenmarkt entspanne. "Denn dies ist nur ein Herumlaborieren am Symptom, fundamental ändert sich nichts."

Der Dax schoss erstmals seit Mitte November über die Marke von 6000 Zählern und notierte am Nachmittag 4,3 Prozent fester bei 6048 Punkten. Die größten Gewinner waren die Papiere von ThyssenKrupp, Deutscher Bank und Allianz mit Aufschlägen von jeweils mehr als sechs Prozent. Auch die anderen europäischen Indizes  gingen kräftig nach oben.

An der Wall Street deuteten sich in den Leitindizes  Kursanstiege von weit mehr als zwei Prozent an. Dort sorgten überraschend positive Arbeitsmarktdaten des privaten Anbieters ADP für einen zusätzlichen Schub. Der Euro legte in der Spitze um zwei US-Cent auf bis zu 1,35 Dollar zu. Die Kurse der Öl-Sorten Brent und WTI drehten ins Plus. Auch Kupfer verteuerte sich deutlich. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold war mit 1745,29 Dollar so teuer wie zuletzt vor zwei Wochen.