Handy- und Web-Nutzung sind oft teurer als gedacht. - © Ivelin Ivanov - Fotolia
Handy- und Web-Nutzung sind oft teurer als gedacht. - © Ivelin Ivanov - Fotolia

Wien. (sf) Vermeintlich günstige Handy- und Internettarife entpuppen sich bei genauerem Hinsehen teurer als gedacht. Seit heuer verrechnen nämlich viele Handy- und Kabel-Internetanbieter Service-Pauschalen zusätzlich zu den Grundentgelten für die Nutzung der Handy-SIM-Karte oder den Breitbandinternet-Anschluss.

Sieben von elf getesteten Anbietern verlangen jährlich 10 bis 20 Euro Service-Pauschale, wie die Arbeiterkammer (AK) erhoben hat. "Die fixe Jahresgebühr kommt eigentlich einer intransparenten Tarif-Erhöhung gleich", kritisiert AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer.

Tele.ring verrechnet zehn Euro einmal jährlich als SIM-Kartenpauschale. Bei A1 Telekom und UPC zahlen Konsumenten einmal jährlich 15 Euro für ihre Breitband-Festnetz-Internetanschlüsse, ebenso bei Tele2. Tele2 hebt das Serviceentgelt fürs Internet in monatlichen Teilbeträgen von 1,25 Euro zusätzlich zu den Grundentgelten ein. Bei den Handyanbietern A1, T-Mobile, Orange und Drei kostet das SIM-Pauschale 19,90 oder 20 Euro. Bob, Ge-org, Red Mobile und Yesss haben diese Jahresgebühr nicht.

Info über Pauschale meist nur im Kleingedruckten

Die Anbieter informieren zwar über die Gebühr, oft aber nur im Kleingedruckten auf den Webseiten und vielfach ohne jeden Bezug zum Grundentgelt oder erst auf Unterebenen der Tarifseite. Nur bei Tele2 sei ein Hinweis auf das Jahrespauschale gleich bei den Grundentgelten, wie der AK-Test ergeben hat. Tele.ring etwa vergisst beim mobilen Internet anzumerken, dass das Pauschale jährlich anfällt. Bei T-Mobile findet sich die Speseninfo zum Jahresentgelt unter dem Begriff "Basispaket".

Im besten Fall wird das Pauschale am Ende der Tariftabelle in gleicher Schriftgröße wie die Grundentgelte ausgewiesen, etwa A1 Vertragshandytarife. "Wer das Kleingedruckte nicht akribisch liest, findet die Informationen über das Pauschale nicht", sagt Zimmer.

"Es geht nicht an, Konsumenten mit Billigtarifen in der Werbung anzulocken, und dann zahlen sie über versteckte Nebenspesen wie jährliche Servicepauschalen mehr als gedacht", kritisiert die Konsumentenschützerin.

Die AK fordert, dass Anbieter das Pauschale in die Grundentgelte einrechnen, zumindest klar darüber informieren - am besten bei den Tarifen neben den Grundentgelten. Das brächte laut AK mehr Klarheit bei den Kosten, und Angebote wären besser vergleichbar.