Brüssel. (wak) Jetzt ist es offiziell. Brüssel leitet ein Kartellverfahren gegen Apple und fünf Verlagshäuser aus Europa und den USA ein. Dabei geht es um den Verdacht des koordinierten Vertriebs von E-Books.

Die Europäische Kommission wird prüfen, ob die Verlage Hachette Livre (Lagardère Publishing, Frankreich), Harper Collins (News Corp., USA), Simon & Schuster (CBS Corp., USA), Penguin (Pearson Group, Großbritannien) und Georg von Holzbrinck (Deutschland) mit Hilfe von Apple gegen die kartellrechtlichen Vorschriften der EU verstoßen. In erster Linie wird geprüft, ob die Verlage und Apple rechtswidrige Vereinbarungen geschlossen oder durch andere Verhaltensweisen Wettbewerbsbeschränkungen in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum bezweckt oder bewirkt haben.

Außerdem prüft die EU-Kommission Art und Konditionen der Handelsvertreterverträge, die die genannten fünf Verlage mit Einzelhändlern für den Absatz von E-Büchern geschlossen haben. Untersucht wird vor allem, ob durch Absprachen ein abgestimmtes Verhalten an den Tag gelegt wurde. Hintergrund sind im März 2011 unangekündigt durchgeführte Nachprüfungen in den Geschäftsräumen mehrerer Unternehmen. Falls sich der Verdacht erhärtet, drohen den Firmen hohe Geldstrafen.