Die Kontrollen für Bio-Waren sind in Österreich sehr streng. - © N-Media-Images - Fotolia
Die Kontrollen für Bio-Waren sind in Österreich sehr streng. - © N-Media-Images - Fotolia

Wien. (ede/ag) Während die österreichischen Behörden nach der Aufdeckung eines riesigen Betrugs mit vermeintlichen Bio-Lebensmitteln in Italien auf Daten von der Regierung in Rom warten, beruhigen die großen österreichischen Lebensmitteleinzelhändler die Konsumenten.

"Aktuell gibt es keine Anzeichen, dass wir betroffen sind", sagte Karin Nakhai, Pressesprecherin der Rewe International AG (Billa, Merkur, Penny, Bipa, Adeg), am Freitag auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die Finanzpolizei von Verona einen Fälscherring auffliegen ließ, der seit 2007 mehr als 700.000 Tonnen Lebensmittel im Wert von 220 Millionen Euro mit falscher Bio-Kennzeichnung verkauft haben soll. "Es gibt keine direkte Verbindung dieser Firmen zu unserer Bioproduktlinie ,Ja! Natürlich", betonte Nakhai. "Wir prüfen jedoch noch alle Warengruppen im Detail."

Nicole Berkmann, Unternehmenssprecherin von Spar Österreich, gab eine ähnliche Auskunft: "Wir haben keinerlei Geschäftskontakte mit den betreffenden Lieferanten." Auch Hofer-Kunden können beruhigt sein: Wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte, sei man von dem Skandal nicht betroffen.

Laut Polizei kauften die Fälscher die Grundbestandteile der Lebensmittel über Tarnfirmen in Rumänien und Italien. Anschließend seien die Produkte als "biologisch" deklariert und zu deutlich höheren Preisen über ein Großhändlernetz in Italien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Belgien, Ungarn, Österreich und der Schweiz verkauft worden.

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es am Freitag, man habe sofort nach Bekanntwerden des Skandals Kontakt mit den italienischen Behörden und der EU-Kommission aufgenommen. "Bis dato haben wir keine Informationen darüber, dass Produkte nach Österreich gelangt sind", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger.

Auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) kündigte eine genaue Untersuchung des Skandals und die Auswirkungen auf Österreich an. Aus Sicht von VKI-Geschäftsführer Franz Floss könnten Verbraucher dennoch generell weiter auf Bio-Lebensmittel vertrauen. Die Situation für Bio-Konsumenten sei in Österreich europaweit am sichersten. Die Kontrollen seien sehr streng, teilweise werde mehr verlangt als die EU-Bio-Verordnung vorschreibe, so Floss.