Rom.

Die Wirtschaftskrise führt zu einem Gewinnwachstum der italienischen Mafia. Laut Expertenberichten ist die kriminelle Organisation schon die "größte Bank Italiens". Die Polizei scheint derzeit das Nachsehen zu haben. Im Bild: Die Verhaftung des Mafia-Bosses Francesco Casillo in Neapel im Juli 2011. - © APAweb/EPA
Die Wirtschaftskrise führt zu einem Gewinnwachstum der italienischen Mafia. Laut Expertenberichten ist die kriminelle Organisation schon die "größte Bank Italiens". Die Polizei scheint derzeit das Nachsehen zu haben. Im Bild: Die Verhaftung des Mafia-Bosses Francesco Casillo in Neapel im Juli 2011. - © APAweb/EPA
Die Mafia hat sich einem Bericht zufolge in der Wirtschaftskrise zur größten "Bank" Italiens entwickelt, die kleinere Unternehmen immer mehr im Griff hat. Mit flüssigen Mitteln im Volumen von 65 Milliarden Euro sei die Mafia die "Bank Nummer 1" in Italien, erklärte am Dienstag die Gruppe SOS Impresa, die sich für den Kampf von Firmen gegen die Organisierte Kriminalität einsetzt. Die Mafia setze inzwischen 140 Milliarden Euro um und mache 100 Milliarden Euro Gewinn, was sieben Prozent der Wirtschaftsleistung Italiens entspreche. Dies sei eine "nationale Gefahr".

Lukrative Einnahmequelle Wucherzinsen
Die kriminellen Gruppen würden Geld zu Wucherzinsen verleihen, da viele Firmen bei den Banken in der Schuldenkrise kein Geld mehr bekämen, hieß es. Dies sein inzwischen eine lukrative Einnahmequelle neben dem Drogen- und Waffenschmuggel, der Prostitution und illegaler Wetten. Etwa 200.000 Unternehmen seien betroffen.