Wien. Nachrichtendienste, Spiele, Fahrpläne, Zugangsprogramme zu Facebook und Twitter, Wörterbücher, Übersetzungsprogramme, und noch viel mehr: Wer ein Smartphone hat, lädt sich auch Apps drauf. Diese Mini-Programme - es gibt schon mehrere 100.000 - erfreuen sich seit der Verbreitung moderner Handys steigender Beliebtheit. Schätzungen zufolge erscheinen pro Woche rund 15.000 Apps - verglichen mit "nur" 100 neuen Filmen und 250 Büchern.

"Klasse statt Masse"

Nicht immer halten mobile Angebote, was sie auf den ersten Blick versprechen. Was die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) veranlasst hat, sich auf die Suche nach "Klasse statt Masse im digitalen Lärm" zu begeben. Die Kammer schreibt erstmals den Mobile Award Austria (MAwA) aus, mit dem die besten Apps prämiert werden. Noch bis 31. Jänner kann eingereicht werden, die besten Anbieter werden am 1. März beim E-Day 2012 vorgestellt.

Der Award, der von der WKÖ gemeinsam mit dem Internationalen Centrum für Neue Medien (ICNM) organisiert wird, "richtet sich an alle, die sich für das mobile Internet begeistern und etwas anbieten, wovon andere profitieren können", heißt es.

In der Tat leisten nicht alle Apps gute Dienste. "Neben vielen nützlichen Programmen gibt es zahlreiche Scherzprogramme und Programme, die unbemerkt Daten sammeln oder schädliche Software am Gerät installieren", warnen Arbeiterkammer und Internet-Ombudsmann. Viele kostenlose Apps würden sich aus Werbeeinschaltungen finanzieren, über die man auch Bestellungen tätigen könne oder auf Angebote im Internet weitergeleitet werden könne. Neben der breiten Masse der seriösen Werbeangebote gebe es auch Fallen, in denen versteckt Bestellungen oder Abo-Verträge abgeschlossen werden.

Vor allem Kinder und Jugendliche tappen dabei nicht so selten in die Kostenfalle, sagt AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Manche Apps, zum Beispiel Spiele, kommen vordergründig gratis daher. Ab einem bestimmten Level kommt die Meldung, dass man etwas dazukaufen kann." Kinder würden dann oft unbewusst Käufe tätigen, wenn sie mit dem Smartphone spielen.

Was die Konsumentenschützern noch stört: "Viele App-Anbieter erfüllen die Informationspflichten nach dem Konsumentenschutzgesetz nicht", so Zimmer. Die Anbieter seien oft nicht greifbar, etwa weil sie kein Impressum haben. Von solchen Apps sollte man besser die Finger lassen. Zimmer: "Zu bedenken ist auch: Bei Apps handelt es sich um ganz normale Software, bei der es auch oft Updates gibt - was wiederum ins Geld gehen kann, wenn ein bestimmtes Datenvolumen überschritten wird."

Um mehr über Apps zu erfahren, kann man die Bewertungen lesen, bevor man sie auf dem Smartphone oder Tablet-PC installiert. Außerdem sollte man nur Apps aus offiziellen App-Shops runterladen, da diese entweder vor der Bereitstellung überprüft wurden oder bei gröberen Beschwerden aus dem App-Store beziehungsweise vom Handy via Fernlöschung entfernt werden, so der Internet-Ombudsmann.

Mehr Tipps zum sicheren Umgang mit Apps unter www.ombudsmann.at