Davos. (wak) In Sichtweite des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz am Freitag auf ihrer traditionellen Pressekonferenz besonders krasse Menschenrechtsverstöße und Umweltsünden von Unternehmen gebrandmarkt.

Den Jurypreis erhielt der britische Bankkonzern (und diesjähriger WEF-Sponsor) Barclays für seine Spekulationen mit Nahrungsmitteln. Die Investment-Sparte von Barclays war der am schnellsten wachsende Nahrungsmittel-Spekulant in Europa, und wahrscheinlich auch weltweit, meint Public Eye. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2010 rund 44 Millionen Menschen wegen der hohen Nahrungsmittelpreise in extreme Armut gerutscht sind, gab es zumindest in der EU Bemühungen, Spekulationen auf Nahrungsmittel einzudämmen. Doch jeder Versuch nach Regulation wurde durch Lobbyarbeit von der britischen Regierung und Barclays im Keim erstickt.

Den Publikumspreis - nach einer Internet-Abstimmung, an der sich knapp 89.000 Menschen beteiligten - geht 2012 an das brasilianische Unternehmen Vale, das zu den größten Bergbaukonzernen der Welt zählt. Den Schmähpreis erhält das Unternehmen, da es den Belo-Monte-Staudamm im brasilianischen Urwald bauen möchte. Das Projekt gilt als umstritten, da Indianer umgesiedelt werden müssen. Der japanische Energiekonzern Tepco wurde - wider Erwarten - nur zweiter.

Stargast auf der Pressekonferenz war der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, der den Public Eye Award als Mittel gegen das Schweigen lobte: "Die Unternehmen sollten zugeben, wenn sie schuldig sind. Heute bezahlen sie, damit sie ihre Schuld nicht eingestehen müssen."