London.

Der Rohstoffriese Glencore soll zu einem Giganten heranwachsen. - © APAweb/AP/Urs Flueeler
Der Rohstoffriese Glencore soll zu einem Giganten heranwachsen. - © APAweb/AP/Urs Flueeler
(reu/dpa/sf) In der Rohstoffbranche bahnt sich ein milliardenschwerer Zusammenschluss an. Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und das Bergbauunternehmen Xstrata loten den Zusammenschluss zu einem rund 60 Milliarden Euro schweren Konzern aus. Xstrata bestätigte am Donnerstag Gespräche mit Glencore über eine Fusion. "Diese könnten oder könnten auch nicht zu einem Angebot von Glencore für Xstrata führen", hieß es.

Glencore kommt derzeit auf einen Marktwert von knapp 30 Milliarden Pfund (36,1 Milliarden Euro), während Xstrata an der Börse derzeit rund 33 Milliarden Pfund wert ist. Glencore, das seinen Firmensitz in der Schweiz hat, hält bereits einen kontrollierenden Anteil an Xstrata von 34 Prozent.

Spekulationen seit Glencore-Börsengang 2011


Glencore handelt mit Rohstoffen aller Art - von Metallen wie Kupfer, Nickel oder Aluminium über Rohöl und Kohle bis hin zu Agrargütern wie Weizen, Mais und Reis. Erklärtes Ziel des Konzerns ist es, verstärkt in Abbau und Produktion der Rohstoffe zu investieren und damit die Wertschöpfungskette nach unten zu erweitern.

Spekulationen über einen Zusammenschluss der beiden Konzerne gibt es schon länger, vor allem nach dem Börsengang von Glencore im Mai 2011. Das Unternehmen, damals seit fast vier Jahrzehnten in Privatbesitz, hatte den Schritt mit besseren Zukaufsmöglichkeiten begründet. "Wir haben schon immer geglaubt, dass diese beiden Unternehmen zusammengehören", sagte Glencore-Chef Ivan Glasenberg auf einer Konferenz in Moskau.

Noch ist der Deal aber nicht zu Ende verhandelt und die Gesprächen können auch noch scheitern.

Mit einem Zusammenschluss würden zwei Gesellschaften zusammengeführt, die vor einem Jahrzehnt aufgespalten worden waren. Xstrata hatte damals Minen von Glencore in Australien und Südafrika gekauft und war an die Londoner Börse gegangen.

Wenn Glencore alle restlichen Xstrata-Aktien zum aktuellen Marktpreis kaufen würde, müsste der Konzern mehr als 25 Milliarden Euro hinlegen - es wäre die größte Transaktion der Branche, seit Rio Tinto den Aluminiumproduzenten Alcan 2007 kaufte.