Klagenfurt. Die fragwürdige Rabatt- und Empfehlungsgemeinschaft Lyoness um Hubert Freidl steht im Mittelpunkt eines Strafprozesses, der heute, Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt unter Vorsitz von Richter Manfred Herrnhofer beginnt. Die Causa dreht sich um mutmaßliche Malversation zulasten der Schweizer Lyoness AG.

Lyoness hat im Sommer 2011 gegen den Österreicher Günther K., früher Geschäftsführer von Lyoness Italia, und gegen dessen Ex-Verkaufsleiter Eckart P. Strafanzeige erstattet. Im Mittelpunkt steht der Verdacht der Untreue beziehungsweise der Geldwäsche.

Laut Klagenfurter Gericht soll K. "die ihm durch Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis missbraucht und Kunden einen Vermögensnachteil zugefügt haben, indem er "sich 1,463 Millionen Euro Kundengelder zueignete und auf Konten überwies, über die er und Eckart P. verfügungsberechtigt waren. P. wird Geldwäsche vorgeworfen. Die Vorwürfe werden bestritten.

"Ich möchte über die Causa nicht viel sagen, mein Mandant bestreitet die Vorwürfe", sagt der Klagenfurter Anwalt Gunter Huainigg, der den Verdächtigen Günther K. vertritt, zur "Wiener Zeitung". "Es handelt sich um eine falsche Beschuldigung."

Der frühere Lyoness-Partner K. liegt mit der Führungsmannschaft der früheren Konzernmutter anscheinend heftig im Clinch.

Am 7. September 2011 brachte K. durch Anwalt Huainigg eine Sachverhaltsdarstellung gegen Lyoness ein. Sein Verdacht: Bei Lyoness soll es sich um ein illegales Gewinnerwartungssystem, sprich ein pyramidenartiges Schnellballsystem, handeln. Der Ball in diesem zweiten Verfahren liegt nun bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Indes bestreitet die Einkaufsgemeinschaft, ein illegales Gewinnerwartungssystem zu betreiben. Die Vorwürfe seien falsch. Lyoness betreibe ein Empfehlungsmarketing, das rechtlich wasserdicht sei. Bisher hätte es keine Beanstandungen seitens der Behörden gegeben.