Frankfurt. (kle) Teile des Flugbetriebs in Frankfurt waren zu Wochenbeginn abermals lahmgelegt - zum Leidwesen tausender Passagiere. Jene rund 200 Airport-Mitarbeiter, die auf dem genau abgegrenzten Vorfeld für den Flugzeugverkehr am Boden zuständig sind, setzten am Montag ab 5 Uhr ihren Streik fort. Nach dem Donnerstag und Freitag der Vorwoche war es schon der dritte Streiktag.

Vorerst ist ein Ende des Ausstands am größten deutschen Flughafen nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat sogar noch deutlich nachgelegt und den Streik überraschend verlängert. Statt 24 Stunden, wie sie zunächst angekündigt hatte, soll nun 48 Stunden lang - bis Mittwoch (5 Uhr) - gestreikt werden. Die GdF will ein eigenes Tarifwerk mit Gehaltssteigerungen von bis zu 70 Prozent durchsetzen (siehe Kasten rechts), der Flughafenbetreiber Fraport hält das für weit überzogen.

Am Rosenmontag mussten sich vor allem Passagiere von Inlands- und innereuropäischen Flügen auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Von den 1250 geplanten Flügen wurden rund 230 gestrichen. Davon entfielen etwa 200 allein auf die AUA-Mutter Lufthansa, für die Frankfurt das Hauptdrehkreuz ist. Auf den Strecken zwischen Österreich (Wien, Graz, Linz) und Frankfurt musste sie jeweils drei Hin- und Retourflüge absagen. Bei der AUA und der Air-Berlin-Tochter Niki ("Flyniki") gab es dagegen keine Ausfälle, allenfalls Verspätungen.

Dass wie schon in der Vorwoche nicht mehr Flüge dem Streik zum Opfer fielen (unterm Strich waren es sogar deutlich weniger), hat folgenden Grund: Fraport setzt eigens geschulte Mitarbeiter ein, die als Lotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten einspringen, um den Betrieb, so gut es geht, aufrechtzuerhalten. Bisher scheint das immer besser zu funktionieren.

Die Auswirkungen des Streiks hielten sich am Montag jedenfalls weitgehend in Grenzen. Laut Fraport konnten ungefähr 70 Prozent der Starts und Landungen abgewickelt werden. Dieser Prozentsatz könnte sich am Dienstag weiter erhöhen. Fraport rät Reisenden, sich rechtzeitig über ihre Flüge zu informieren. Bei den Airlines wird zudem darauf verwiesen, dass Betroffene gratis stornieren oder umbuchen können.

Festgefahrene Fronten

Offen ist noch, ob die Vorfeld-Mitarbeiter auch am Mittwoch streiken. Ausgeschlossen ist es nicht. Denn bisher hat die GdF keinerlei Anstalten gemacht, von ihren Forderungen abzurücken. "Wir werden das jetzt durchziehen", kündigt Tarifvorstand Markus Siebers an. "Wir hoffen, dass die Erhöhung des Drucks zu einem Einlenken von Fraport führt." Fraport sieht indes die Gewerkschaft am Zug und pocht auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Mehr Geld für weniger Arbeit - so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport:

Vorfeldkontrolleure: Sie verdienen bisher zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert laut Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht: Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bisher sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale: Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bisher verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: zehn Prozent höhere Zulagen und zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Was die Streikenden fordern