Wien. Im Strafprozess gegen Dagmar Partik-Wordian, Gründerin der Vermögensverwaltungsfirma AMV International mit Sitz auf Zypern, wurden am Dienstag Geschädigte einvernommen. Zu Beginn der Verhandlung ging Richterin Claudia Moravec-Loidolt mit der mutmaßlichen Finanzjongleurin, der Untreue vorgeworfen wird, hart ins Gericht. "Warum schreiben Sie den Kunden, dass man in Immobilien investiert hat", wollte die Richterin wissen. "Das war ein Fehler, dass ich diesen Brief geschrieben habe", sagte die Angeklagte. Konter der Richterin: "Das war insofern ein Fehler, als es mit Ihrer Verantwortung nicht zusammenpasst."

Wie berichtet, wirft der Staatsanwalt Partik-Wordian vor, 1,2 Millionen Euro Anlegergelder widerrechtlich verwendet und in den Sand gesetzt zu haben. Die Angeklagte selbst sieht sich als Opfer eines Immobilienbetrugs in den USA und bestreitet die Vorwürfe.

Zwei ältere Hofräte sagten aus, dass sie für die Enkerln Geld sicher anlegen wollten und Partik-Wordian vertrauten. "Wir hatten blindes Vertrauen, da ihr Mann Vorstand der Bawag war und unsere Familien befreundet waren", sagte ein Zeuge. Von den 233.000 Euro sah er nichts mehr - auch die anderen Anleger sahen ihr Geld nicht mehr. Die Gelder, die Partik-Wordian in eigene Fonds wie den MCA AHF angelegt haben will, soll eine Pariser Bank als Kompensation für einen offenen "Kontoüberziehungsrahmen der AMV (zwei Millionen Euro) einkassiert haben.