Paris. (dpa/reu) Die EU verschärft ihre Sanktionen gegen den Iran: Seit heute, Samstag, ist ein Öl-Embargo gegen das Land in Kraft, das im Jänner beschlossen wurde. Mit diesen Sanktionen geht die EU gegen das iranische Atomprogramm vor.

Sollte der Streit über Irans Atomprogramm eskalieren, werden Engpässe bei der weltweiten Ölversorgung befürchtet - wegen der Sorge um die Auswirkungen des Atomstreits sind die Preise für ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent seit Jahresbeginn um 15 Prozent gestiegen.

Die Internationale Energieagentur IEA plant derzeit keine koordinierte Freigabe der strategischen Ölreserven, um auf die hohen Ölpreise zu reagieren. "Die IEA wurde gegründet, um auf ernste Störungen des Angebots zu reagieren", so IEA-Chefin Maria van der Hoeven. Da derzeit keine derartigen Störungen absehbar seien, werde auch keine Freigabe der Ölreserven erwogen. Ebenso sei es verfrüht, auf die Freigabe in einzelnen Ländern zu spekulieren. Hintergrund sind Gerüchte über eine Freigabe der strategischen Ölreserven, die zuletzt ranghohe politische Vertreter aus den USA, Großbritannien und Frankreich angeheizt hatten. Im Sommer 2011 hatte die IEA die Freigabe von 60 Millionen Barrel Rohöl koordiniert, nachdem der Libyen-Konflikt das weltweite Ölangebot spürbar verringert hatte.

IEA: Saudi-Arabien würde für den Iran einspringen


Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien wird nach Einschätzung der IEA bei einer geringeren Förderung durch den Iran einspringen. Saudi-Arabien sei in der Lage, genug Öl zu produzieren, um Ausfälle auszugleichen, sagte Van der Hoeven. Die Äußerungen sorgten dafür, dass der Rohölpreis nach den Kursverlusten im Zuge schwacher Konjunkturdaten aus China und Europa am Freitag wieder geringfügig stieg.