Frankfurt. Der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) schließt seinen Münchener Standort nun doch nicht. Von den rund 3600 Stellen in München bleiben rund 2000 erhalten, wie die IG Metall Bayern und NSN am Freitag mitteilten. Für etwa 1600 Beschäftigte des Gemeinschaftsunternehmens von Siemens und Nokia seien alternative Lösungen gefunden worden. Sie sollen in eine Transfergesellschaft wechseln oder in Altersteilzeit gehen können.

Die Schließungspläne des NSN-Managements hatten massive Proteste der Arbeitnehmer ausgelöst und waren auch beim Miteigentümer Siemens auf Widerstand gestoßen. "Siemens wird es nicht ohne weiteres hinnehmen, dass NSN aus München so einfach verschwindet", hatte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser vor zwei Wochen in einem Zeitungsinterview gesagt.

Allerdings gibt es eine Bedingung: Die nun gefundene Einigung habe nur Bestand, falls sich bis Ende April genügend NSN-Beschäftigte bereiterklärten, in die Transfergesellschaft zu wechseln, sagte NSN-Aufsichtsratschef Herbert Merz. In dieser Transfergesellschaft, die zwei Jahre bestehen soll, würden die NSN-Beschäftigten für neue Jobs außerhalb des Unternehmens qualifiziert.

NSN wollte ursprünglich die Zentrale in München schließen, 1600 Mitarbeiter sollten an andere Standorte versetzt werden. Der Telefonnetz-Ausrüster will 20.500 der weltweit 74.000 Arbeitsplätze, davon 3000 in Deutschland streichen. An dieser Zielsetzung ändere sich nichts, erklärte NSN am Freitag. Der Telefonnetz-Ausrüster kämpft seit seiner Gründung 2007 mit Verlusten und leidet schwer unter dem Preiskampf mit aufsteigenden chinesischen Rivalen wie Huawei. Für Nokia und Siemens hat sich das Gemeinschaftsunternehmen zum Milliardengrab entwickelt.