Der Schweizer Pharma-Riese Roche kämpft gerade um den US-Diagnostik-Spezialisten Illumina und hat unlängst sein Angebot um 15 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Die Illumina-Aktionäre sind schon jetzt die Sieger: Der Kurs stieg bereits mehr als 100 Prozent.

Sobald sich der Ausblick wieder aufhellt und die Verunsicherung in den Chefetagen abnimmt, ist EU-Kommissar Almunia überzeugt, würden viele Bosse, die derzeit notgedrungen auf Konsolidierung setzen, auf unbändige Expansion schwören. Damit werden die brancheninternen Übernahmen steigen und sich die zuletzt verhalten agierenden Private-Equity-Gesellschaften stärker bemerkbar machen. Als Tempomacher am weltweiten M&A-Markt halten allerdings die Chinesen seit geraumer Zeit alle in Atem.

Die Volksrepublik hat ihre jährlichen Direktinvestitionen im Ausland von 27 Milliarden (2007) auf 60 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr gesteigert (siehe Kasten). Mit einem kumulierten Volumen von 322 Milliarden ist sie nach den USA, Deutschland und Frankreich bereits viertgrößter Investor. Die Finanzströme chinesischer Konzerne, die mit Rückendeckung der Regierung rechnen dürfen, fließen primär via Hongkong und die Steuerparadiese British Virgin Islands und Cayman Island in alle Welt. Immer stärker auch nach Europa, wo sich bereits 1000 Betriebe aus dem Reich der Mitte engagiert haben. Österreichs Flugzeugzulieferer FACC etwa gehört mehrheitlich der Xi’an Aircraft Industry Group in Xian, der steirische Motorenbauer ATB wurde im Vorjahr von der chinesischen Wolong-Gruppe übernommen.

Die Chinesen haben sich unter anderem eine tschechische Zigarettenfabrik, einen deutschen Pumpenhersteller, einen italienischen Motorrad-Produzenten, einen niederländischen Pharmabetrieb und eine britische Holzfirma gesichert - und werden noch einen Zahn zulegen: In den kommenden acht Jahren, schätzt Alex Cho von der Consultingagentur Intertrust, werden sie für Zukäufe in Übersee weit mehr als eine Billion Dollar lockermachen.