San Francisco. Es ist kaum zu glauben, dass die großen IT-Konzerne noch neue Ideen und Produkte entwickeln - zumindest, wenn man die Klagewelle der letzten Monate ansieht. Apple und Samsung lieferten sich in Deutschland medienwirksame Gerichtsauftritte, Microsoft Deutschland kündigt an, seine Logistikzentrale aufgrund von Patentverfahren in die Niederlande abzuziehen, und Patente werden zum allgegenwärtigen Druckmittel.

In Kürze werden sich nun zwei weitere IT-Firmen vor Gericht in einem verbitterten Patentstreit wiedersehen: Google und Oracle. Die beiden US-amerikanischen Technologie-Giganten sind bei ihren Verhandlungen in eine ausweglose Situation geraten und sollten sich nun auf ein Verfahren vorbereiten, entschied der zuständige Richter, der somit keine weiteren Treffen mehr ansetzen wollte, sondern eine Klärung vor Gericht als einzige Möglichkeit sieht. Der Prozess soll am 16. April beginnen.

Im Mittelpunkt des Patentstreits steht das Betriebssystem Android, welches in Smartphones und Tablet-Computern eingesetzt wird und mit dem Google zu einer immer stärkeren Konkurrenz für Apple wird. Oracle wirft Google nun vor, bei der Android-Entwicklung wissentlich Patent- und Urheberrechte seiner Java-Software verletzt zu haben, und fordert Schadenersatz. Oracle hatte Anfang 2010 den Java-Erfinder Sun Microsystems übernommen. Oracle fordert von Google mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Ursprünglich verlangte der Konzern sogar bis zu 6,1 Milliarden Dollar. Google weist die Forderungen zurück.