Über die deutsche Solarbranche bricht langsam aber sicher die Nacht herein. Auch der Anlagenbauer S.A.G. Solarstrom AG hat im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Das Freiburger Unternehmen wies unter dem Strich einen Verlust von 3,5 Mio. Euro aus.

Im Jahr zuvor hatte man noch einen Gewinn von 6,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Das operative Ergebnis (Ebit) halbierte sich von 13,1 Mio. Euro auf 6,2 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Aufgrund sinkender Preise habe das Unternehmen deutlich mehr Projekte umsetzen müssen als zu Jahresanfang geplant, erklärte Vorstandschef Karl Kuhlmann. Zudem sei die Solarstrom AG durch die Finanz- und Wirtschaftskrise mit "völlig unkalkulierbaren Kostenpositionen" konfrontiert worden.

Die Branche leidet derzeit der geplanten Kürzung der Solarförderung und unter Billigkonkurrenz aus Fernost. Für das ebenfalls nicht einfache Geschäftsjahr 2012 sei das Unternehmen mit seinen rund 240 Mitarbeitern sehr gut positioniert, sagte Kuhlmann.

Erst vor einer Woche hat sich der Solarzellenerzeuger Q.Cells für insolvent erklärt. Vorangegangen waren seit Dezember 2011 die Unternehmen Solarhybrid, Solar Millennium und Solon.

Verluste der Anleger

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erklärte am Mittwoch, dass im Vorjahr Aktien von Solarunternehmen für massive Verluste in Aktiendepots von Anlegern gesorgt hätten. Der Solaranlagen-Hersteller Conergy etwa habe die Liste der "50 größten Kapitalvernichter" 2011 angeführt. In den vergangenen fünf Jahren habe sich dessen Aktienwert um 99,6 Prozent verringert. Bei Phoenix Solar, das Platz sechs belegte, habe sich der Aktienkurs innerhalb des vergangenen Jahres um fast 91 Prozent verringert, bei Solarworld um fast 57 Prozent.