Ottawa/Toronto. Kanada lehnt zusätzliches Geld für den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Eindämmung der europäischen Schuldenkrise weiterhin strikt ab. Europa selbst müsse noch viel mehr leisten als es das bisher getan habe, sagte Finanzminister Jim Flaherty am Mittwoch. Zentralbankchef Mark Carney sagte zugleich, eine Brandmauer sei nicht der Schlüssel zur Lösung der Probleme. Es geht viel mehr darum, welche Schritte Europa selbst über einen längeren Zeitraum unternehme. Der IWF möge der Ansicht sein, dass wegen Europa mehr Geld bereit gehalten werden müsse. Aber im Kreise der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer "gibt es derzeit keinen Konsens".

Nach Äußerungen eines hochrangigen Vertreters des Finanzministeriums wird Kanada auf den in den kommenden Tagen anstehenden G20- und IWF-Treffen keine bilateralen Zugeständnisse machen. Allerdigns sei Kanada bereit, über die Erhöhung der Ressourcen des Währungsfonds zumindest zu diskutieren.

Der IWF dringt auf eine Aufstockung seiner Mittel, um eine höhere Brandmauer gegen eine Ausbreitung der Schuldenkrise über Europa hinaus zu errichten. Einige Länder haben bereits weitere Gelder zugesagt. Doch auch das Schwergewicht USA will selbst keine zusätzlichen Mittel bereitstellen. Allerdings sagte Finanzminister Timothy Geithner am Mittwoch, es sei positiv, wenn der IWF schnell Geld einsammeln könne, um "die Effekte des europäischen Traumas abzufedern, wenn nötig". Die USA unterstützten diesen Prozess und würden dies auch bei den anstehenden Treffen tun.