Barcelona. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen im Euroraum auf Rekordtief. Obwohl die Sorgen über ein Ausufern der Schuldenkrise zuletzt wieder zunahmen, sahen die Währungshüter bei ihrer auswärtigen Sitzung in Barcelona von weiteren Zinsschritten ab. Der Leitzins bleibt damit bei 1,0 Prozent, wie die Notenbank mitteilte.

Nach ihrer jüngsten Geldflut sehen die Währungshüter Politik und Banken am Zug. Im Dezember und Februar hatte die EZB den Banken extrem billiges Geld für bis zu drei Jahre angeboten. Die Institute liehen sich insgesamt gut eine Billion Euro. Notenbank-Präsident Mario Draghi mahnte, die Krisenhilfe zu Reformen zu nutzen.

Obwohl sich die Lage an den Finanzmärkten wieder zuspitzte, erwarten Volkswirte zunächst keine weiteren Krisenmaßnahmen der EZB. Zumindest aus Deutschland gibt es immer wieder Forderungen nach einem Ende des für die Geldpolitik nicht ungefährlichen Feuerwehreinsatzes.

Protest und Polizei formieren sich
Mit Spannung wird erwartet, welche Antworten die Währungshüter auf den Problemberg des Gastlandes Spanien haben werden. An der Pressekonferenz am Nachmittag wird auch Spaniens Notenbank-Präsident Miguel Fernandez Ordonez teilnehmen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone kämpft mit Immobilienblase und Bankenkrise, Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit. Gegen die Sparpläne der Regierung formiert sich Widerstand. Aus Sorge vor Krawallen zur EZB-Sitzung zog die Polizei ein Großaufgebot an Beamten zusammen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert. Der Hauptrefinanzierungssatz liege weiter bei 1,0 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag in Barcelona mit. Bankvolkswirte hatten damit gerechnet. Nach zwei schnellen Zinssenkungen im November und Dezember 2011 tastet die Notenbank damit den Leitzins den fünften Monat in Folge nicht an.

EZB-Präsident Mario Draghi wird die jüngste Entscheidung ab 14.30 Uhr vor der Presse erläutern. Nachdem die Notenbank am 29. Februar ihren zweiten Dreijahrestender durchgeführt hat, rechnen Experten zunächst nicht mit weiteren Maßnahmen. Besonders beachtet werden dürften Hinweise auf mögliche erneute Leitzinssenkungen.