epa03231082 The two spokesmen of the board Bill McDermott (R) and Jim Hagemann Snabe stand behind the logo of business managment software solutions company SAP, at the annual general meeting (AGM) of German software company SAP AG at the SAP Arena in Mannheim, Germany, 23 May 2012. Europe's largest software company registered record results last year. EPA/UWE ANSPACH - © APAweb/dpa/Uwe Anspach
epa03231082 The two spokesmen of the board Bill McDermott (R) and Jim Hagemann Snabe stand behind the logo of business managment software solutions company SAP, at the annual general meeting (AGM) of German software company SAP AG at the SAP Arena in Mannheim, Germany, 23 May 2012. Europe's largest software company registered record results last year. EPA/UWE ANSPACH - © APAweb/dpa/Uwe Anspach

Mannheim. SAP legt für den Kauf eines Cloud-Software-Anbieters binnen weniger Monate erneut mehrere Milliarden Euro auf den Tisch. In schneller Taktfolge will der deutsche Softwarekonzern - nach der Übernahme des Nischenanbieters SuccessFactors - nun die kalifornische Ariba für 3,4 Milliarden Euro schlucken, um sich den weltweit größten Online-Marktplatz für Unternehmen einzuverleiben. Für die Offerte, die Ariba rund mit dem zehnfachen des Umsatzes von zuletzt 444 Millionen Dollar Umsatz bewertet, erntete der Marktführer für Firmen-Software von Branchenexperten durchweg Beifall. Doch Anleger reagierten angesichts des abermaligen Griffs in die Kasse verschreckt: Der SAP-Aktienkurs sackte um 1,1 Prozent auf 47,30 Euro ab.

SAP und Ariba versprächen eine "einzigartige Kombination", begründete SAP-Co-Vorstandschef Bill McDermott die Offerte - und Kehrtwende. Denn nach dem Kauf von SuccessFactors für 2,5 Milliarden Euro zu Jahresbeginn hatte er den Markt für abgegrast erklärt und Wachstum aus eigener Kraft angekündigt, um den Unternehmen möglichst viel Software über das Internet anzubieten. Dieses Cloud-Computing gilt als nächster Wachstumsmotor der Branche, für die Unternehmen und deren Mitarbeiter soll die Software-Nutzung damit billiger und einfacher werden. Denn beim Cloud-Computing steckt die Software nicht mehr im Rechner, sie ist über das Internet jederzeit auf dem PC, dem Laptop oder dem Handy verfügbar.

Neuer Teil für das Cloud-Puzzle
Bisher gleicht das Angebot von Cloud-Software bei SAP - wie beim schärfsten Konkurrenten Oracle - aber einem Flickenteppich. "Mit Ariba machen wir einen großen Sprung", warb Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe auf der Hauptversammlung für die Übernahme, die von Investmentbanken einhellig als "teuer", aber "gerechtfertigt" gelobt wurde. "SAP passt ein weiteres Teil in das Cloud-Puzzle ein", urteilten die Analysten von Exane. Ein Frankfurter Fondsmanager, der SAP-Aktien im Depot hat, befürchtet hingegen Probleme bei der Eingliederung der Zukäufe: "Risiken sehe ich darin, ob das Management genügend Kapazitäten für die Integration hat."

SAP strebt die Marktführerschaft bei Mietsoftware an, die die Walldorfer im Firmensoftware-Lizenzgeschäft schon innehaben. Ariba gilt in der Branche als Amazon für Unternehmen und betreibt die weltgrößte elektronische Beschaffungsplattform für Firmen: Über die Online-Plattform kaufen derzeit 730.000 Firmen weltweit im Wert von 319 Milliarden Dollar ein. Ariba streicht dafür von Exxon Mobil oder Walt Disney  Transaktionsgebühren von insgesamt gut 200 Millionen Dollar pro Jahr - Tendenz stark steigend. Auch Unternehmen, die Oracle-Software einsetzen, steht die Ariba-Plattform offen - doch SAP kassiert dann künftig mit.