"Gemeinsam haben wir hohes Wachstumspotenzial", rechnete Co-Vorstandschef Hagemann Snabe vor. Bislang nutzten erst zehn bis 15 Prozent der knapp 200.000 SAP-Kunden den Marktplatz. Zusammen könnten SAP und Ariba die Beschaffung und den Vertrieb ihrer Kunden automatisieren, mit der Datenanalyse-Software Hana ließen sich die weltweiten Angebote zudem schnell durchsuchen. Künftig könne der elektronische Handel auch auf mobilen Computern und Smartphones abgewickelt werden.

Latte für Gegenofferte hoch gelegt
SAP ist bereit, einen 20-prozentigen Aufschlag auf den jüngsten Börsenkurs von Ariba zu zahlen, und legt daher die Latte für eine mögliche Gegenofferte von Oracle hoch. Der Erzrivale Oracle aus den USA hatte sich zuletzt Taleo für knapp zwei Milliarden Dollar geschnappt. Die Investmentbank Barclays warnte: "Die Ariba-Offerte ist teuer, aber kein Knockout-Angebot." SAP-Co-Chef McDermott gab sich zuversichtlich: "Ich denke, wir haben einen fairen Preis geboten." Die Aktionäre von Ariba und die Kartellämter müssen die Offerte noch abnicken. Im Herbst könnte dann der - im Gegensatz zu SuccessFactors - schwarze Zahlen schreibende Marktplatz-Betreiber zum Walldorfer Konzern gehören. Ariba und seine 2600 Mitarbeiter könnten SAP die Basis für sogenannte Geschäftsnetzwerke liefern, für die die Walldorfer großes Potenzial sehen. Bei den Konsumenten hat Facebook  vorgemacht, wie gefragt solche Netzwerke sind.

Glauben an die Cloud

Befürchtungen der eigenen Aktionäre, Cloud-Software könne sich zu einem Milliardengrab entwickeln, trat Co-Vorstandschef Hagemann Snabe entgegen: "Wir können ein profitables Cloud-Geschäft darstellen" - wann ließ er allerdings offen. Er bekräftigte lediglich das Ziel, mit Hilfe von Cloud-Software 2015 zwei Milliarden Euro umzusetzen und die operative Marge auf 35 Prozent hochzuschrauben. Zum Vergleich: 2011 summierten sich die gesamten Software-Lizenz-Erlöse der Walldorfer auf 4,1 Milliarden Euro, die Marge erreichte rund 33 Prozent.