Windenergieanlagen wurden im Vorjahr günstiger. - © dpa/Carsten Rehder
Windenergieanlagen wurden im Vorjahr günstiger. - © dpa/Carsten Rehder

Rio de Janeiro. (dpa/sf) Noch nie floss so viel Geld in Windkrafträder, Solar- oder Biogasanlagen wie im Vorjahr: Die Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien stiegen 2011 um 17 Prozent auf das Rekordniveau von 257 Milliarden Dollar (205 Milliarden Euro), wie es im Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP heißt. Die Investitionssumme sei sechs Mal höher als im Jahr 2004 und 94 Prozent höher als 2007.

Mit eingerechnet wurden nur kleine Wasserkraftprojekte bis 50 Megawatt Leistung, große Projekte wurden wegen der mitunter "fraglichen sozialen und ökologischen Auswirkungen" nicht berücksichtigt. Größter Investor war 2011 erneut China mit 52 Milliarden Dollar - ohne Wasserkraft gerechnet. Es folgten die USA mit 51 Milliarden Dollar. In Regionen betrachtet entfällt das größte Investitionsvolumen wieder auf Europa mit 101 Milliarden Dollar.

"Ernsthafte Konkurrenz
für Kohle und Gas"


UNEP-Chef Achim Steiner sieht den Rekord als deutliches Signal an die Staats- und Regierungschefs vor dem Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20. Nachhaltige Entwicklung könne aus bescheidenen Anfängen zur Realität für sieben Milliarden Menschen werden. Bei sinkenden Preisen würden die erneuerbaren Energieformen immer mehr "zu ernsthaften Konkurrenten für fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas". Die Preise für Photovoltaik-Module sanken im Vorjahr um 50 Prozent, jene für Windenergieanlagen auf dem Land um 10 Prozent. Das freute die Verbraucher, eine Reihe an Herstellern musste aber aufgeben oder umstrukturieren, heißt es im Bericht "Global Trends in Renewable Energy Investment".

Aus dem "Globalen Statusbericht zu erneuerbaren Energien" des Netzwerkes "REN21" geht hervor, dass inzwischen 16,7 Prozent des weltweiten Energiebedarfs aus Quellen der erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das UN-Ziel: Der Anteil soll bis 2030 möglichst verdoppelt werden. 2011 sei im Energiesektor fast die Hälfte der weltweit hinzugekommenen geschätzten 208 Gigawatt (GW) an installierter Leistung auf erneuerbare Energien entfallen. Mit mehr als 1360 GW lag die installierte Leistung aus Erneuerbaren Ende 2011 weltweit um acht Prozent über dem Vorjahreswert.

"Erneuerbare Energien machen mehr als 25 Prozent der globalen Stromproduktionskapazitäten aus und lieferten etwa 20,3 Prozent der weltweiten Stromerzeugung", hieß in der Studie. "Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat einen Prozess des Umdenkens und die entsprechenden gesetzlichen Neuerungen in Gang gesetzt", so "REN21"-Vorsitzender Mohamed El-Ashry. Inzwischen arbeiten weltweit mehr als fünf Millionen Menschen im Bereich erneuerbare Energien.