• vom 25.04.2011, 17:35 Uhr

International

Update: 25.04.2011, 17:36 Uhr

Nummer eins der heimischen Personaldienstleister will mit deutschem Partner sein Lebenswerk absichern

Frisches Kapital für Trenkwalder




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Von Peter Muzik

  • Eine Milliarde Umsatz mit 70.000 Mitarbeitern.
  • Schuldenstand muss rasch abgebaut werden.
  • Droege-Group übernimmt Mehrheit.
  • Wien. Am Mittwoch voriger Woche, gerade rechtzeitig vor den Osterfeiertagen, war der Deal vertraglich fixiert: Richard Trenkwalder, der zu Europas führenden Personaldienstleistern zählt, wird die Mehrheit an seiner im niederösterreichischen Schwadorf beheimateten Unternehmensgruppe an einen deutschen Investor abgeben. Der 62-jährige Ehrendoktor und Fußball-Sponsor, der nicht weniger als 70.000 Mitarbeiter beschäftigt und eine Milliarde Euro Umsatz schafft, hat sich für die Düsseldorfer Droege Capital GmbH entschieden.

Richard Trenkwalder liebt den Fußball, sein neuer Partner attestiert ihm ein "ausgeprägtes Sozialprofil". Foto: apa

Richard Trenkwalder liebt den Fußball, sein neuer Partner attestiert ihm ein "ausgeprägtes Sozialprofil". Foto: apa Richard Trenkwalder liebt den Fußball, sein neuer Partner attestiert ihm ein "ausgeprägtes Sozialprofil". Foto: apa

Deren Geschäftsführer Frank Tanski sieht das Österreich-Engagement der in Familienbesitz befindlichen Droege International Group als "langfristiges Investment in einem dynamischen Markt".


Der Einstieg der Deutschen, der noch vom positiven Ausgang der Due Dilligence und der Genehmigung durch die Kartellbehörden abhängt, markiert eine deutliche Zäsur in einer ungewöhnlichen Firmenstory: Trenkwalder, ein gebürtiger Steirer und gelernter Maschinenbauer, hatte sich 1985 als Einzelunternehmer mit einem technischen Büro selbständig gemacht.

Drei Jahre später erhielt er - wie das so schön heißt - die Lizenz zur Arbeitnehmerüberlassung und peilte in der Folge das Ziel an, rot-weiß-roter Pionier für Zeitarbeit zu werden.

Ab 1992 baute er sein Unternehmen konsequent im benachbarten Ausland aus - zunächst in der Slowakei, Ungarn und Deutschland - und fiel rasch durch seine stürmische Expansionsstrategie auf.

Speziell seit 2000, als Trenkwalder alle österreichischen Mitbewerber überflügelt hatte und Marktleader geworden war, ging es Schlag auf Schlag: Jedes Jahr wurde zumindest ein weiterer Auslandsmarkt erschlossen.

2004 beschäftigte er bereits 22.600 Leute, die ihm einen Nettoumsatz von 300 Millionen Euro brachten. 2007 setzte er sich gleich in fünf neuen Ländern fest - Bulgarien, Türkei, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien - und weitete den Mitarbeiterstand auf 60.000 Menschen bzw. den Umsatz auf 910 Millionen Euro aus. Damals kürte ihn Ernst & Young zum "Entrepreneur of the Year".

Seit der Krise aufPartnersuche

Auf das Rekordjahr 2008, als Trenkwalder umsatzmäßig erstmals die Milliarde knackte, folgte allerdings ein krisenbedingter herber Rückschlag, der auch in der Bilanz unschöne Spuren hinterließ.

Das 20-prozentige Umsatzminus - viele seiner Kunden hatten sich als Erstes reflexartig vom Leihpersonal getrennt - war jedenfalls ein deutliches Signal, dass eine neue Eigenkapitalquelle erforderlich wäre. Nachdem ein Börsegang nicht in Frage kam, begann die Suche nach einem Finanzinvestor.

Auch wenn es 2010 wieder aufwärts ging - allein der Österreich-Umsatz stieg von 165 auf 233 Millionen Euro -, mussten etliche Hausaufgaben erledigt werden: Zum einen wurde der Vorstand, in dem der patriarchalische Boss stets für permanente Fluktuation gesorgt hatte, mehrmals verstärkt. Zum andern wurde mit den Hausbanken ein umfassendes Finanzierungspaket vereinbart, um die Liquidität zu gewährleisten.

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Dokument erstellt am 2011-04-25 17:35:50
Letzte Änderung am 2011-04-25 17:36:00

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