Brüssel. (afp/sda/sf) Die EU verschärft im Streit um Exportbeschränkungen für Seltene Erden aus China die Gangart. Die EU verlangte am Mittwoch bei der Welthandelsorganisation (WTO) die Einrichtung eines Schiedsgerichtes, um China zum Einlenken zu zwingen. "Dies folgt auf Anstrengungen der EU, mit China eine Lösung zu finden", erklärte die EU-Kommission.

Die USA, die EU und Japan hatten im März bei der WTO Beschwerden gegen die chinesischen Exportbeschränkungen eingereicht. Damit wurde der Klageprozess eingeleitet, der mit dem Schritt vom Mittwoch eine neue Stufe erreichte. Chinas Beschränkungen bei der Ausfuhr von Seltenen Erden und anderen Produkten "sind eine Verletzung von Chinas WTO-Verpflichtungen", kritisierte EU-Handelskommissar Karel De Gucht. Sie würden "die Weltmärkte stark verzerren und erzeugen so einen Nachteil für unsere Unternehmen".

China verteidigt Grenzwerte


China hat zuletzt seine Beschränkungen bei der Gewinnung und dem Export von Seltenen Erden verteidigt: Diese Grenzwerte dienten dem Schutz der Umwelt und dem Erhalt der schwindenden Ressourcen. Im Mai wurde die Menge für 2012 auf 21.226 Tonnen erhöht. Im Vorjahr hatte China 30.000 Tonnen exportiert. Die Regierung hat versichert, heuer werde die Ausfuhrmenge etwa auf demselben Niveau liegen.

Als Seltene Erden werden 17 chemische Elemente wie Lanthan und Europium bezeichnet, die unter anderem für Handys und Computer gebraucht werden. Rund 97 Prozent der weltweiten Produktion der Seltenen Erden entfallen laut Kommission auf China.