Erster Übernahmeversuch scheiterte 2009

Ursprünglich wollten VW und die Porsche SE per Aktientausch verschmelzen, dieses Vorhaben scheiterte jedoch an milliardenschweren Prozessrisiken im Zuge der 2009 endgültig missglückten Übernahme von VW durch Porsche. Die Vollkonsolidierung des Porsche-Autogeschäfts werde 2012 einen positiven Einfluss auf das Konzernergebnis von Volkswagen haben, teilte VW mit. Dieser Effekt werde jedoch im operativen Ergebnis durch die Abschreibungen auf die Kaufpreisallokation geschmälert. Das Finanzergebnis von VW werde 2012 um mehr als neun Milliarden Euro höher ausfallen, die Nettoliquidität schrumpfe im Gegenzug um sieben Milliarden Euro: Neben dem Kaufpreis muss VW ab August auch für die Nettoschulden der Porsche AG in Höhe von 2,5 Milliarden Euro gerade stehen.

Die Porsche-Holding erklärte, aus dem Verkaufserlös sollten zunächst die bestehenden Bankverbindlichkeiten von zwei Milliarden Euro zurückgeführt werden. Der überwiegende Teil der danach verbleibenden Liquidität solle für den Erwerb von strategischen Beteiligungen mit Schwerpunkt entlang der automobilen Wertschöpfungskette verwendet werden. Sonderausschüttungen an die Aktionäre der Porsche SE seien nicht geplant.

Mit dem Kaufpreis von 4,46 Milliarden Euro werden die Porsche SE und ihre Aktionäre so gestellt, als wenn die Übernahme des Restanteils an der Porsche AG durch VW erst 2014 vollzogen worden wäre. Denn neben dem bereits 2009 fixierten Kaufpreis von 3,9 Milliarden Euro fließt der Porsche-Holding auch noch der Zeitwert der bis 2014 zu erwartenden Dividenden von VW zu. Die zwischen VW und der Porsche-Holding vereinbarten gegenseitigen Put- und Call-Optionen werden aufgelöst: Diese hatten der Holding milliardenschwere Belastungen eingebracht, bei VW hatten sie im Gegenzug zu milliardenschweren Gewinnen geführt. Denn seit dem Krisenjahr 2009 ist der Wert des Automobilgeschäfts von Porsche deutlich gestiegen.

Weitere Einzelheiten wollten Volkswagen und Porsche am Donnerstag um 10.00 Uhr auf einer Pressekonferenz in Wolfsburg bekannt geben. (Reuters)