Zürich. Die Schweizer Großbank Credit Suisse will ihre Kapitalbasis um mehr als 15 Mrd. Franken (12,49 Mrd. Euro) stärken. Konzernchef Brady Dougan geht damit auf seine Kritiker zu, die sein Festhalten am schwankungsanfälligen und kapitalintensiven Investmentbanking moniert hatten und dem Institut angesichts der Euro-Schuldenkrise eine zu dünne Kapitaldecke attestierten. "Mit diesen Maßnahmen beseitigen wir jeden Zweifel bezüglich unserer starken Kapitalausstattung", erklärte Dougan. Zudem erzielte Credit Suisse im zweiten Quartal einen Gewinn von knapp 800 Mio. Franken. Die Anleger goutierten die Maßnahmen Dougans, der sich im Juni noch Fragen nach seinem Rücktritt gefallen lassen musste. Die Aktie stieg um gut fünf Prozent auf 18 Franken.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB), die im Juni bei der zweitgrößten Schweizer Bank angesichts der Euro-Schuldenkrise eine unzureichende Kapitalausstattung ausgemacht und damit einen Kurssturz der CS-Aktie ausgelöst hatte, lobte die nun eingeschlagenen Schritte. Diese bringen dem Institut kurzfristig schon einmal 8,7 Mrd. Franken neues Kapital. Weitere Kapitalmaßnahmen sollen dann bis Ende 2012 die Kapitaldecke um insgesamt 15,3 Mrd. Franken aufpolstern. Die Widerstandsfähigkeit der Bank steige deutlich, erklärte die SNB.

Rückendeckung von Großinvestoren
Rückendeckung erhält Dougan von einer Reihe bisheriger Großinvestoren, die bei seinen Plänen mitziehen. Investoren wie der Staatsfonds von Katar und die saudische Olayan Gruppe zeichnen Pflichtwandelsanleihen von 3,8 Mrd. Franken, die im März 2013 in Aktien gewandelt werden. Olayan, mit 6,2 Prozent schon bisher ein großer Aktionär, wandelt zudem eine sogenannte Hybrid-Anleihe vorzeitig in Coco Bonds. Neben den bisherigen konnte Dougan nach Angaben der Bank auch weitere Großinvestoren an Land ziehen. Unter anderem kommt auch der Singapurer Staatsfonds Temasek Investment neu an Bord.

Weitere 6,6 Mrd. Franken sollen bis Ende des Jahres beschafft werden. Unter anderem sollen illiquide Private-Equity-Geschäftsbereiche und Immobilien verkauft werden. Aktionäre und bonus-berechtigten Manager müssen auf Bargeld verzichten und sollen stattdessen Aktien erhalten. Substanzielle Ausschüttungen soll es nach dem Willen Dougans erst wieder geben, wenn die Bank 2013 ihre Kapitalziele erreicht hat. Kurzfristig steigt die Eigenkapitalquote auf 9,4 Prozent von sieben Prozent.