Stuttgart. (reu/dpa/sf) Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Ermittlungsverfahren gegen Anton Schlecker, Gründer der insolventen Drogeriemarktkette, und 13 weitere Beschuldigte eingeleitet. Es gehe um den Verdacht der Untreue, Insolvenzverschleppung und des Bankrotts, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Zudem würden seit dem Morgen 18 Wohnungen und vier Geschäftsräume im ganzen Bundesgebiet von 160 Ermittlern und neun Staatsanwälten durchsucht. Darunter waren die Schlecker-Zentrale und zwei Büros im schwäbischen Ehingen sowie die Firmenzentrale der ebenfalls insolventen Tochter IhrPlatz. Umfangreiche Unterlagen und Dateien wurden beschlagnahmt. Die Behörde habe nach dem Anfang des Jahres gestellten Insolvenzantrag routinemäßig Vorermittlungen aufgenommen, dabei habe sich der Tatverdacht erhärtet.

Es habe "seit langem und immer wieder" Vermögensverschiebungen gegeben, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dadurch seien die Gläubiger möglicherweise geschädigt worden. Neben Grundstücken seien den Ermittlungen zufolge auch andere Wertgegenstände transferiert und damit der Insolvenzmasse möglicherweise entzogen worden.

In Österreich gebe es kein Rechtshilfeansuchen, sagte der zuständige Linzer Staatsanwalt. Wie es in Österreich weitergeht, soll sich noch im Juli entscheiden, sagte der Sprecher des deutschen Schlecker-Insolvenzverwalters, Arndt Geiwitz.