Berlin. In der Diskussion um das weitere Vorgehen in der Eurokrise hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn für mehr Engagement der Europäischen Zentralbank (EZB) plädiert. Aufgabe der Notenbank sei zwar vor allem, Geldpolitik zu machen und Inflation zu bekämpfen, sagte Asselborn am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Aber wir sind nicht mit Inflation konfrontiert, wir sind mit Spekulation konfrontiert." Daher sollten Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi, die Bank wolle alles tun, um den Euro zu retten, nicht "mit den Füßen" getreten werden.

Zu einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ), wonach eine deutliche Ausweitung der Mittel des künftigen Euro-Rettungsfonds ESM immer wahrscheinlicher werde, sagte der Außenminister, der Fonds solle "nicht Geld ohne Limit und ohne Bedingungen bekommen". "Wir müssen ein Instrument entwickeln, das effektiv die Spekulation unterbindet", sagte er. Laut dem "SZ"-Bericht wollen unter anderem Italien und Frankreich dem ESM Zugriff auf EZB-Kredite ohne Limit gewähren.