Berlin. In Deutschland macht die Opposition Druck für eine Wiedereinführung der 1997 abgeschafften Vermögenssteuer: Rot und Grün fordern, dass Vermögen von mehr als zwei Millionen Euro jährlich mit einem Prozent besteuert werden sollen. Für Ehepaare soll ein doppelt so hoher Freibetrag gelten. Bundesweit würde das 140.000 natürliche und 165.000 juristische Personen (also Unternehmen und Kapitalgesellschaften) betreffen und brächte laut Wirtschaftsforschern rund 11,5 Milliarden Euro jährlich in die Landeshaushalte.

Der globalisierungskritischen NGO Attac gehen die Pläne nicht weit genug. Sie fordert, dass Superreiche in ganz Europa bis zu 80 Prozent ihres Vermögens abgeben. Die einmalige Abgabe soll ein Prozent der Bevölkerung betreffen, sowohl Geld- als auch Sachvermögen umfassen und progressiv gestaffelt sein: Ein "einfacher Millionär" müsste demnach 20 Prozent seines Vermögens abgeben, Mehrfach-Milliardäre würden mit bis zu 80 Prozent belastet. Die Einnahmen aus der Abgabe taxiert Attac auf etwa vier Billionen Euro.