Die Zentrale von Standard Chartered in London. - © APAweb / EPA Facundo Arrizabalaga
Die Zentrale von Standard Chartered in London. - © APAweb / EPA Facundo Arrizabalaga

London. Die in den USA wegen illegaler Iran-Geschäfte unter Beschuss geratene Großbank Standard Chartered bemüht sich offenbar intensiv um eine rasche Beilegung des Streits. Die Bank stehe im Gespräch mit der Finanzaufsicht DFS in New York und den Strafverfolgungsbehörden, verlautete in der Nacht zum Samstag aus Finanzkreisen.

Die Verhandlungen würden sich noch über das Wochenende hinziehen und könnten in der kommenden Woche zu einem Ergebnis führen. Allerdings müsse auch damit gerechnet werden, dass die Versuche einer Beilegung der Differenzen scheiterten, hieß es weiter.

Sanktionen missachtet
Die Bank, lange Zeit eines der Vorzeigehäuser der Branche, muss um ihre US-Lizenz bangen. Die DFS wirft StanChart vor, fast zehn Jahre lang trotz bestehender Iran-Sanktionen Transaktionen mit dem Land abgewickelt zu haben. Die Rede ist von einem Gesamtvolumen von über 250 Milliarden Dollar (204 Mrd. Euro).

StanChart habe wie eine "Schurken"-Bank agiert und das US-Finanzsystem für Terroristen und Drogenhändler geöffnet. Die Vorwürfe mitsamt kompromittierender E-Mails wurden am Montag veröffentlicht. Die Aktie stürzte danach um ein Viertel ab, binnen weniger Stunden verlor das Institut 17 Milliarden Dollar an Börsenwert. Erst am Mittwoch erholte sich das Papier wieder etwas und legte in London sieben Prozent zu.

Ein Verlust der US-Lizenz wäre ein Desaster, denn damit hätte StanChart keinen direkten Zugang mehr zum wichtigen amerikanischen Finanzmarkt.